Etwa 140 Jugendliche machten Politik

Bürgermeister Mirko Heuer überließ den Schülerinnen und Schülern den Ratstrakt. (Foto: O. Krebs)

Schülerinnen und Schüler debattierten im Ratssaal über ihre Ideen

Langenhagen. „Seid willkommen, unser Ratstrakt gehört heute Euch“, begrüßte Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer etwa 140 Jugendliche am Freitagmorgen im Rathaus. Schülerinnen und Schüler aus jeweils zwei neunten Klassen des Gymnasiums Langenhagen, der IGS Langenhagen und der Robert-Koch-Schule waren in das Rathaus gekommen, um über ihre Ideen zur Stadtpolitik zunächst in Ausschüssen und anschließend in der großen Ratssitzung zu debattieren.
„Pimp your town! XXL“, heißt das Planspiel, während dessen sich Jugendliche intensiv mit den Strukturen lokaler Demokratie beschäftigten. Um jungen Menschen darauf Lust zu machen, hat der Verein „Politik zum Anfassen“ ein dreitägiges Programm entwickelt, welches in diesem Fall sowohl vom Niedersächsischen Kultusministerium als auch von der Stadt Langenhagen finanziell unterstützt wird. Los ging es am Mittwoch in den Schulen mit einem Crash-Kursus in Kommunalpolitik sowie der Sammlung von Ideen. Der zweite Tag diente dem Austausch untereinander und der dritte Tag stand schließlich im Zeichen der Gremienarbeit.
„Der Stadtschülersprecher Timo Tils und ich hatten vergangenes Jahr über die Idee gesprochen, das Planspiel Pimp your town nach Langenhagen zu holen“, berichtet Mirko Heuer. Dass dieses nun geglückt sei, erfreue ihn ebenso wie die Tatsache, dass für die Organisation sowohl der Ratstrakt zur Verfügung stand als auch Realpolitiker gewonnen werden konnten. Wilhelm Behrens, Bernhard Döhner, Claudia Hopfe, Ulrike Jagau, Wolfgang Langrehr, Gudrun Mennecke, Willi Minne und Elke Zach stehen ebenso wie Mirko Heuer den Neuntklässlern als Pate zur Seite. Nach ihrer gemeinsamen Sitzung mit den Ausschuss-AGs begannen die Ausschusssitzungen.
Jagau sitzt dem Ausschuss für Jugend, Demokratie und Beteiligung; Döhner dem für Bau, Verkehr und Umwelt vor und Minne dem Ausschuss für Schule, Soziales und Sport.
Nach den Fraktionssitzungen begann unter dem Vorsitz von Gudrun Mennecke die große Ratssitzung mit 18 ausgewählten von 45 Anträgen. Da ging es dann um spannende Themen wie Schülermitbestimmung, Sprayen auf ausgewiesenen Flächen, Toietten, mehr Busse für die Schüler, mehr Abfallbehälter. Ein pfiffigeer Schüler kam sogar auf die Idee, das Taschengeld mit Pfandflaschen aufbessern zu können. Heuer hofft, dass die Jugendliche Anträge entwickeln, die einen Bezug zu Langenhagen haben und später auch in der Praxis umgesetzt werden können: „Ich finde es wichtig, dass Kinder und Jugendliche früh an die politischen Beteiligungsmöglichkeiten herangeführt werden, um zu sehen, wie eine Kommune funktioniert.“Und Stadtsprecherin Juliane Stahl ergänzt: "Junge Leute an die Politikm heranzuführen, ist unbezahlbar."