Europa so nah!

Die Langenhagener Gruppe beim Fünf-Nationen-Treffen.

Neun IGS-Schüler engagieren sich

Langenhagen. Immer wieder aufregend ist für Langenhagener Jugendliche die Teilnahme am Programm der Europäischen Union Jugend in Aktion. Diesmal fand das Fünf-Nationen-Treffen in Bad Schandau in Sachsen unter dem Titel „Europa der Regionen – der Nationalpark Sächsische Schweiz“ statt. Es war nun schon die siebte Begegnung, wobei sich diesmal 45 Jugendliche aus Nordirland, Polen, Spanien, der Türkei und Deutschland zu gemeinsamer Arbeit trafen.
Ein enormes Pensum war zu bewältigen. Jede nationale Gruppe war mit dem Porträt eines Flusses angereist. Die Deutschen stellten die Elbe vor und zu den Überflutungen der letzten Jahre wurden Interviews beispielsweise mit den Einsatzleitern der Feuerwehren von Bad Schandau und Pirna oder mit Pfarrer Epperlein, der als Seelsorger Helfer und Flutopfer betreute, geführt. Überall wurden die neun multinationalen Kleingruppen sehr freundlich empfangen. „Wir übersetzten das Sächsische zunächst ins Deutsche und dann ins Englische“, schmunzelte Björn von der Osten, „da die Sprachkenntnisse unserer Gäste sehr unterschiedlich entwickelt waren.“ Johanna Delmas erklärte, dass die Aktivitäten in den Kleingruppen stark zusammenschweißten, denn auch durch die Interviews zu verschiedenen lokalen Berufen wie Ranger im Nationalpark, Porzellanhersteller und -maler, Vermieterin von Ferienzimmern oder Steinmetz mussten sich alle durchbeißen. Abends wurden die Arbeitsergebnisse im Plenum diskutiert.
Aber auch der Sport kam nicht zu kurz. Den Frühsport musste jede Nation einmal anleiten. Die anspruchsvolle Tageswanderung in die Schrammsteine absolvierte die Gruppe bei strömendem Regen und statt einer spektakulären Aussicht sah man im Nebel kaum die eigenen Füße. Die herrliche Paddeltour auf der Elbe ließ keine Wünsche offen, da nun auch die Sonne ihr Bestes gab.
Besondere Höhepunkte waren die Abende, die dem gegenseitigen Kennenlernen gewidmet waren. So wurden landestypische Spezialitäten verspeist, Lieder in den fünf Sprachen geträllert und Sketche unter großem Jubel vorgeführt. Besondere Begeisterung zeigten alle bei den gemeinsamen Volks-Tänzen und im Anschluss auch bei Diskomusik. „Wir sind gar nicht so unterschiedlich, wenngleich uns Ländergrenzen trennen“, so die einhellige Meinung.
Alle Aktivitäten wurden im Bild festgehalten und eine interne Jury wählte jeden Abend die Fotos des Tages, die jeweils einem Thema verpflichtet waren wie „der Nationalpark“, „Persönlichkeiten“, „work in progress“, „Wir sind Touristen“ und weiteres. Beatrix Behrens, Ulrike Gropengießer, Lena Böker, Johanna Delmas, Björn von der Osten, Paul Jahnke, Tim Wook, Jonah Reinhardt und Sören Borchers werden sich über freundliches Interesse an ihren Arbeiten freuen.
Auf ihren Youthpass, den alle neun Jugendlichen erworben haben und der ihnen besondere Erfahrungen im nicht-formalen Lernen anerkennt, können alle stolz sein. Mit großer Autonomie, Umsicht und Reife hatten die vier Mädchen und fünf Jungen die Fünf-Nationen-Begegnung gemeinsam mit ihren Teamern Beate Bräutigam und Christine Rauch vorbereitet, durchgeführt und dokumentiert.
Leser, die noch mehr über Jugend in Aktion erfahren wollen, sind herzlich eingeladen, die Fotoausstellung am Ende des Jahres in der Stadtbibliothek Langenhagen zu besuchen und zu verfolgen, wie aus Partnern wirkliche Freunde wurden.