Ex und hopp statt Hotspot?

Carsten Skwirblies (von links), Raoul Hille und Stefan Birkner waren beim Start der Machbarkeitsstudie im Jahr 2012 zuversichtlich in Bezug auf die Realisierung des Projekts. (Foto: Archiv G. Gosewisch)

Ambition für Tiefengeothermie am Flughafen eingestellt

Langenhagen (gg). Unendliche Energie – Erdwärme in einem Hotspot, 180 Grad warm, könnte den Energiebedarf des Flughafens decken. Im Jahr 2012 war das die Vision des früheren Umweltministers Stefan Birkner. Gemeinsam mit Flughafen-Chef Raoul Hille gab er sich zuversichtlich, dass eine Geothermieanlage gebaut werden könnte, die Energie aus der Tiefe nutzbar macht. Es war wohl nur ein wundersamer Traum. Allerdings einer, der mit 250.000 Steuer-Euro zu Buche schlägt. Denn eine Machbarkeitsstudie wurde in den vergangenen drei Jahren zu diesem Betrag erstellt, eine Anlage wird jedoch nicht gebaut. Die Flughafen GmbH hat die Erlaubnis zur Aufsuchung von Erdwärme (Geothermie) für das etwa 87 Quadratkilometer große Feld Hannover-Langenhagen zurückgegeben, zuständig ist das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie. Im Herbst letzten Jahres wurde das „zukunftsweisende Klimaschutz-Projekt“ Geothermie am Flughafen von Mitgliedern des Regionsausschusses für Umwelt und Klimaschutz noch gelobt. Carsten Skwirblies, Leiter der Flughafen-Versorgungsdienste, präsentierte die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie. Danach hat sich der Standort für eine Bohrung in 3.400 bis 4.200 Metern Tiefe als sehr geeignet erwiesen. Allerdings geht die Studie von Investitionskosten von rund 120 Millionen Euro aus. Im Jahr 2012 lag die Kostenprognose bei 20 Millionen Euro. „Ohne erhebliche Förderung durch den Bund, zusätzliche Investoren und Unterstützung von wissenschaftlicher Seite ist ein solch innovatives Projekt nicht darstellbar“, sagte Carsten Skwirblies. Derzeit würden Gespräche mit den Ministerien in Berlin als auch mit potenziellen Investoren geführt.
Zu endgültigen Aus für das Projekt lässt die Pressestelle des Flughafens nun wissen: „Das ist eine Finanzierungsfrage. Wir haben keine Zuschüsse erhalten und damit ist das Projekt aus rein eigenen Mitteln nicht finanzierbar gewesen.“
Nach Auskunft von Carsten Skwirblies aus dem Jahr 2012 liegt der Wärmebedarf des Flughafens pro Jahr bei circa 50.000 Megawattstunden, der Kältebedarf bei circa 7.000 thermischen Megawattstunden und der Stromverbrauch bei etwa 48 Millionen Giga Watt Stunden pro Jahr.