Fachkräftemangel in der gesamten Branche

Tauschten sich mit Unternehmer Mathias Krsge (rechts) aus: die Sozialdemokraten Marco Brunotte (links) und Marc Köhler.

Besuch beim Logistiker Krage in Langenhagen

Langenhagen. Die sitzungsfreie Zeit im Langenhagener Stadtrat und im Niedersächsischen Landtag haben Marc Köhler, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Langenhagen, und Marco Brunotte, Landtagsabgeordneter der SPD für Langenhagen, zu einem Besuch bei der Spedition Krage genutzt. Mit Geschäftsführer Mathias Krage tauschten sie sich über Entwicklungen in der Logistik und auch die Auswirkungen auf Langenhagen aus. Mit 300 eigenen Mitarbeitern und 25 Lastkraftwagen ist das Unternehmen seit bald zehn Jahren in Langenhagen aktiv. An ihrem Unternehmenssitz im Airport-Business-Park arbeitet die Spedition Krage auf 131.000 Quadratmetern. Mit 50.000 Quadratmetern Hallenfläche für Logistik und 15.000 Quadratmetern für Expressfracht werden auch viele Kunden aus der Region Hannover bedient. Am Standort sind zusätzlich Disposition und Verwaltung angesiedelt. Von besonderem Interesse beim Besuch war auch das Thema Infrastruktur für Fahrer. „Immer wieder erreichen uns Beschwerden aus der Bevölkerung über zugeparkte Wohngebiete und Probleme mit Hinterlassenschaften von Lastwagen-Fahrern“, sagt Marco Brunotte. Hier war er sich mit Mathias Krage einig, dass dieses Problem vor allem mit notwendigen Angeboten behoben werden könne. Hier liege eine besondere Verantwortung bei den Unternehmen. „Unsere Wagen parken auf unserem Gelände und wir haben Sozialräume mit Toiletten für die Fahrer“, schilderte Krage und machte das Gefühl von vielen Fahrern deutlich, „die fühlen sich oft von ihren Auftraggebern ziemlich schlecht behandelt.“
Fachkräftemangel macht auch Krage zu schaffen. Freie Stellen könnten schwer oder gar nicht besetzt werden. Dieses Problem habe die gesamte Branche. Oft hänge dies auch mit dem Image oder Bezahlung in der Logistik zusammen. „Der weiterhin wachsende Personalbedarf wird in den nächsten Jahren auch dazu führen müssen, dass sich Bezahlung und Arbeitsbedingungen verändern. Dafür ist aber auch die Voraussetzung zu erfüllen, dass die Kunden mehr für Logistik zahlen“, sagte Krage. Eine gute Chance sehe er auch in Qualifizierung und Beschäftigung von Geflüchteten.
Die Entwicklung von Logistikflächen in Langenhagen war in den letzten Jahren sehr rasant. Probleme bereitet nicht nur der ruhende Verkehr, sondern auch die Verkehrsführung. „In Zukunft muss gelten, die Verkehrsinfrastruktur muss vor den Unternehmen da sein“, betonten Brunotte und Köhler. Die noch freien Flächen sollten dafür mit Augenmaß entwickelt und ein stärkerer Branchenmix erreicht werden. Mit Sorge blickt Krage auf die Situation auf Autobahnen und Bundesstraßen. Hier gebe es große Probleme beim Verkehrsfluss, der durch viele anstehende Grundsanierungen an Straßen und Brücken weiter verschärft werde.
Zum Schluss des Besuchs interessierte Marco Brunotte und Marc Köhler für die Zukunft der Logistik. „Der Internethandel wird sich fast verdoppeln und gleichzeitig werden wir mit mehr dezentralen Lagern zur Belieferung arbeiten“, sagte Mathias Krage, „die Prozesse werden drastisch digitalisiert.“