Fast 80 Aufträge im Jahr 2012

Werner Legat (von links), Hartmut Voß, Heiko Huntebrinker, Peter Küpmann und Holger Hornbostel bilden das Team des Diakonischen Handwerkerservice Langenhagen – sie packen an, wenn es irgendwo im Haus knirscht oder klemmt.

Diakonischer Handwerkerservice hilft vor allem älteren Menschen

Langenhagen. Manchmal sind es eigentlich nur Kleinigkeiten, die den Alltag beschwerlich machen: Im Flur ist die Glühlampe an der Decke kaputt gegangen, die Tür des Kleiderschranks klemmt so sehr, dass sie sich kaum noch öffnen lässt, das Flusensieb der Waschmaschine ist verstopft und das Fahrrad hat einen Platten. Für viele Menschen ist es selbstverständlich, diese Probleme mit wenigen Handgriffen zu beheben, andere aber tun sich damit schwer: Seniorinnen und Senioren, behinderte Menschen und oft auch allein lebende Frauen, die keinerlei handwerkliche Erfahrung haben. Häufig leben keine Familienangehörigen in ihrer Nähe, und eine Firma zu beauftragen, würde unverhältnismäßig hohe Kosten verursachen.
Holger Hornbostel, Mitarbeiter des Diakonieverbandes Hannover-Land, hat schon im Jahr 2009 auf diese Situation reagiert und in Zusammenarbeit mit Langenhagener Kirchengemeinden den Diakonischen Handwerkerservice ins Leben gerufen. Vier ehrenamtlich tätige Ruheständler aus Langenhagen, Godshorn und Engelbostel engagieren sich heute in dieser Einrichtung: Heiko Huntebrinker, Peter Küpmann, Werner Legat und Hartmut Voss haben durchweg viel handwerkliche Erfahrung und stellen diese sowie einen Teil ihrer freien Zeit gerne Menschen in ihrer Nähe zur Verfügung.
Im Jahr 2012 übernahmen sie insgesamt 79 Aufträge von 46 Auftraggebern; ganz überwiegend baten ältere Menschen beim Diakonischen Handwerkerservice um Hilfe. „Wir haben Leuchten angebracht und Glühbirnen ausgetauscht, Fernseher und Computer eingestellt, Zugänge zum Internet hergestellt, Schrank- und Zimmertüren gerichtet, Spülkästen und Wasserhähne repariert, Waschmaschinen angeschlossen, kleine Malerarbeiten übernommen, Gardinen aufgehängt und Fahrräder repariert“, schildert Heiko Huntebrinker einen Ausschnitt aus den Arbeiten, die im vergangenen Jahr anfielen.
Bis zu zwei Stunden sind die Männer vom Diakonischen Handwerkerservice pro Auftrag tätig; dafür bekommen sie eine Aufwandsentschädigung von fünf Euro direkt von ihren Auftraggebern. „Diese Zeitvorgabe macht schon deutlich, dass wir nicht dazu da sind, ganze Zimmer zu streichen oder zu renovieren“, erklärt Holger Hornbostel. „Auch die Müll- und Sperrmüllbeseitigung, Umzüge und Haushaltsauflösungen sowie Elektroarbeiten, die durch zugelassene Handwerksunternehmen beim Stromversorger angemeldet werden müssen, kann der Handwerkerservice nicht übernehmen.“ Die Begrenzung der Aufträge auf kleinere Arbeiten ist auch Voraussetzung für die bestehende Übereinkunft mit der Handwerkskammer: Der Diakonische Handwerkerservice grenzt sich klar von den örtlichen Handwerksbetrieben ab und sorgt dafür, diesen nicht etwa Aufträge wegzunehmen. „Die Begrenzung auf zwei Stunden Arbeitszeit pro Auftrag ist darüber hinaus ein Schutz für unsere Ehrenamtlichen, die ja nicht über Gebühr in Anspruch genommen werden sollen“, erklärt Holger Hornbostel.
Träger des Diakonischen Handwerkerservices sind neben dem Diakonieverband Hannover- Land auch die evangelischen sowie die katholische Kirchengemeinde in Langenhagen. Erreichbar ist der Service unter (0151 ) 53 22 88 73; unter dieser Telefonnummer nimmt Holger Hornbostel gerne Aufträge entgegen und koordiniert die Weitergabe an die Ehrenamtlichen. „Senioren, behinderte Menschen und auch Alleinerziehende aus Langenhagen und seinen Ortsteilen sollten keine Hemmungen haben, uns anzurufen“, betont Holger Hornbostel. „Wir verstehen uns als diakonisch-caritative Einrichtung und möchten Menschen in unserer Nähe hilfreich zur Seite stehen.“
Übrigens: Der Diakonische Handwerkerservice in Langenhagen würde sich auch über weitere ehrenamtliche Mitarbeiter freuen – Kontakt unter oben genannter Telefonnummer.