Faulschlamm wächst stetig

Endllich wieder freien Zugang und Qualität für Schwimmer will die DLRG am Waldsee herstellen. (Foto: G. Gosewisch)

DLRG zeigt Handlungsbedarf am Waldsee auf

Krähenwinkel (gg). Viel Arbeit und Mühe investieren die Ehrenamtlichen der DLRG in die Pflege des Waldsees – immer in Abstimmung mit der Stadtverwaltung. Schwimmer haben kaum noch freie Bahn im Unterwasser- und Ufergrün. Die DLRG will das verbessern.
Die DLRG-Beschreibung zum Waldsee-Zustand ist deutlich. Seit 2012 gebe es mit dem Fachdienst Grünflächen und der Baumschutzbeauftragten eine „intensive Diskussion über notwendige Pflegearbeiten an ufernahen Gehölzen“. Die zunächst vereinbarten und von der DLRG in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Krähenwinkel begonnenen Schnittarbeiten seien in den letzten Jahren von den Baumschutzbeauftragten untersagt worden.
Dabei sind aus Sicht der DLRG die Folgen absehbar und teilweise auch schon eingetreten: Die dichte Gehölzzone produziert einen starken Laubeintrag in den See. Die Röhrichtzone des Sees ist mehrere Meter breit und läßt den Zugang zum Wasser nur noch auf kurzen Uferstrecken zu. Die Schwimm- und Tauchblattzone nimmt die Hälfte des Sees ein. Die mit den absterbenden Pflanzenresten einsetzende Schlammbildung mit totem organischem Material und die daraus resultierende Eutrophierung hat eine hohe Sauerstoffzehrung zur Folge. „Hier ist auf das erstmalig aufgetretene Fischsterben im Sommer 2013 hinzuweisen“, so der Wortlaut im DLRG-Bericht.
Die Faulschlammschicht im Waldsee habe eine stetige Zunahme und weise derzeit im gesamten See eine Stärke von knapp einem Meter auf. Die Wassertiefe habe sich dementsprechend von ursprünglichen sechs auf fünf Meter, durchschnittlich drei Meter reduziert.
Der Vorstand der DLRG Ortsgruppe Krähenwinkel weist ausdrücklich darauf hin, dass die einsetzende Verlandung des Freibades Waldsee nur durch intensive Pflege- und Sanierungsmaßnahmen aufzuhalten ist. Die DLRG-Aufforderung an die Stadtverwaltung lautet: „Wir empfehlen die Diskussion, Planung und Ausführung für eine Reduzierung der Gehölz- und Röhrichtzone sowie eine Entfernung der Faulschlammschicht.“ Seitens der Stadtverwaltung lag bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme vor.