Faust, der Tragödie erster Teil

Faustus, gespielt von Rüdiger Hellmann, im Konflikt mit dem Teufel. (Foto: TfN)

2. Oktober: Schauspiel von Goethe im Theatersaal

Langenhagen. Im Theatersaal, Rathenaustraße, gastiert am Mittwoch, 2. Oktober, um 20 Uhr das Theater für Niedersachsen (TfN) mit dem Schauspiel "Faust. Der Tragödie erster Teil" von Johann Wolfgang von Goethe. Es war eine der beliebtesten Geschichten der beginnenden Neuzeit: die Wundertaten des Magiers, Astrologen und Arztes Doktor Johann Faustus, der Ende des 15. Jahrhunderts durch deutsche Lande gezogen und mit Hilfe des Teufels die schändlichsten Dinge getrieben haben soll. Der 1749 in Frankfurt geborene Johann Wolfgang Goethe lernte die Sage schon als Kind kennen und begann mit Anfang Zwanzig, seine eigene Version zu dichten. Die Figur der Margarete entstand, nachdem er als angehender Jurist den Gerichtsprozess und die Hinrichtung der Kindsmörderin Susanna Margaretha Brandt tief beeindruckt verfolgt hatte. Immer wieder schuf Goethe neue Konzeptionen für sein Drama, schrieb Szenen neu und um. Im Jahr 1808 erschien zum ersten Mal gedruckt das Stück, das wir heute als Faust I kennen. Da hatte Goethe bereits mit dem Zweiten Teil der Dichtung begonnen, eine Arbeit, die ihn bis kurz vor seinem Tod 1832 beschäftigen sollte. So wurde aus der zweiteiligen Faust-Dichtung ein Lebenswerk, das von nichts weniger handelt als von Gut und Böse, Gott und den Menschen, Liebe und Verantwortung, der Erschaffung eines künstlichen Menschen, der Erfindung des Geldes, Kultur und Herrschaft – und zugleich die sehr individuelle Geschichte eines Menschen, der immer strebend sich bemüht, der in allen Kardinaltugenden kläglich versagt und dennoch innerhalb der theologischen Rahmenhandlung auf Erlösung hoffen darf.
Das Drama Faust I wurde so erfolgreich und berühmt wie kein zweites dichterisches Werk des deutschen Sprachraums. Seit der Uraufführung am 19. Januar 1829 in Braunschweig ist kaum eine Zitatensammlung ohne Faustzitate und kaum eine Teufelsdarstellung ohne Anlehnung an den Kyniker Mephisto mehr denkbar. Die fast zweihundertjährige Werksgeschichte überrascht immer wieder mit neuen, der jeweiligen Zeit entsprechenden Bühneninterpretationen des Stückes, um dessen Aufführbarkeit sich der Autor selbst nicht sonderlich gekümmert hat. Goethe war die Poesie, die Vielfalt der dichterischen Formen und Bandbreite möglicher Lesarten wichtiger als konkrete Lese- oder Bühnenanweisungen. Dennoch hat er sich einer strengen Selbstzensur unterworfen. Es existieren eine Reihe von Szenen und Textfragmenten, die Goethe mit Rücksicht auf staatliche Zensur, Sitten und Anstand seiner Zeit für eine Veröffentlichung nicht geeignet schienen, die er aber unter dem Stichwort ‚Paralipomena‘ zur späteren Verwendung gesammelt aufbewahrte. Aus diesen ‚Paralipomena‘ stammen die Unverschämtheiten aus der ‚Walpurgisnacht‘, die in dieser Inszenierung eingearbeitet sind.
Der Einstieg in das Langenhagen-Abonnement des TfN ist jederzeit möglich. Infos dazu sind im ServiceCenter des TfN unter der Telefonnummer 05121 16 93 16 93 erhältlich. Einzelkarten für die Vorstellungen gibt es bei „presso Langenhagen“, Markplatz 4, sowie an der Abendkasse.