Feinfühlig und virtuos gespielt

Kammerorchester konzertierte in der Aula

Langenhagen. Etwa 120 Zuhörer durfte ein glänzend disponiertes Kammerorchester, trotz schwülwarmer Witterung, in der Aula der IGS begrüßen. Bereits die Ouvertüre für vier Hörner und Streicher von Telemann bestach durch eine spritzige Interpretation. Der Hornsatz, angeführt von einer virtuos spielenden Ulrike Fürstenberg, ließ hier besonders aufhorchen.
Im darauffolgenden Gitarrenkonzert von Castelnuovo-Tedesco, mit einer brilliant aufspielenden Solistin Sara Köckemann-Decho, bewies das Orchester einmal mehr seine Fähigkeit, dezent und feinfühlig zu begleiten. Zwei spritzige Ecksätze mit einem anrührenden zweiten Satz, hier wunderschön von den Bläsern begleitet – eine echtes Highlight. Haydns Oxford-Sinfonie bildete den Abschluss des ersten Teils. Die Streicher meisterten die technisch anspruchsvollen Passagen ebenso wie die
lyrischen sehr überzeugend. Zusammen mit den bestens aufgelegten Bläsern, angeführt von einer herausragenden Flöte, entfaltete sich hier die Spielfreude des Orchesters vollends und gipfelte in einem stürmischen Finale. Mit Vivaldis Vier Jahreszeiten hatte sich das Kammerorchester nach der Pause an ein Schwergewicht
der barocken Literatur gewagt. Unter der sicheren Leitung von Bernd Kaudelka und von Boris Schmitz feinfühlig, mal hochvirtuos hinreißend, mal anrührend gespielt, gelang eine Interpretation, in der die Charakteristika jeder Jahreszeit, vom beschwingten Frühling über den schweißtreibenden Sommer, die fallenden Blätter des Herbstes bis hin zum frostklirrenden Winter überzeugend und gut hörbar
herausgearbeitet waren. Nicht nur hier zeigten sich die Streicher bestens vorbereitet.
Ein wahrlich gelungenes Konzert, das durchaus mehr Zuhörer verdient gehabt hätte.
Langanhaltende, stehende Ovationen des Publikums waren ein Beleg dafür, dass niemand sein Kommen bereut hat.