„Feucht und stickig mit Pfütze“

Die Schülerinnen Luisa (von links), Sevi, Amelie bauen am Teich im Wasserturm-Keller unter Anleitung ihres Klassenlehrers Hans-Jürgen Ratsch (NVL-Vorsitzender) und Henning Eichelkraut (NVL-Abteilungsleiter Biotopmanagement). (Foto: G. Gosewisch)

Schüler bauen Unterkunft für Fledermäuse

Langenhagen (gg). Der Wasserturm an der Stadtparkallee, Domizil für Turmfalken, Dohlen, Mauersegler und Bienen hat eine weitere Einrichtung für den Naturschutz erhalten. Schüler der IGS-List bauten eine Unterkunft für Fledermäuse.
Organisator war Hans-Jürgen Ratsch in Doppelfunktion. Er ist Vorsitzender der „Naturkundlichen Vereinigung Langenhagen (NVL)“ mit Sitz im Wasserturm, und er ist Fachbereichsleiter Naturwissenschaft an der IGS-List.
So war es kein Zufall, dass seine Forscherklasse 7f die Projektwoche in Langenhagen absolvierte. Dem Schutz der Fledermäuse im Eichenpark hat sich die NVL ohnehin verschrieben. In Kooperation mit dem NABU gibt es seit Jahren Beobachtungen zur Artenvielfalt und zur Anzahl, zudem gibt es die Pflege der Fledermauskästen. „Wohnquartiere für den Sommer sind mit Baumhöhlen und Kästen vorhanden, doch für die Überwinterung brauchen sie ein Quartier mit hoher Luftfeuchtigkeit und frei von Zugluft“, erklärt Hans-Jürgen Ratsch. Acht Fledermaus-Arten seien im Eichenpark heimisch. Einige Hundert flattern im Eichenpark insgesamt herum, jede Einzelne vertilgt pro Nacht rund 2.000 Mücken - dem Menschen zum Nutzen.
In Kooperation mit Bernd Rose, NABU-Fledermausbeauftragter aus Burgdorf, und Experte Ricky Stankewitz, Vorsitzender im hiesigen NABU-Ortsverein, prüfte die NVL den Keller des Wasserturms als mögliches Fledermaus-Winterquartier. Der Keller war im vorigen Jahrhundert ein Wasserspeicher – eine Art Bunker, geschützt vor der Witterung. Um nun ideale Bedingungen für die Fledermäuse zu schaffen, bauten die Schüler eine Teichfolie ein. Eine zehn Zentimeter tiefe Pfütze,
vier Meter lang und 1,20 Meter breit, soll für eine hundertprozentige Luftfeuchtigkeit sorgen. Kies wird noch aufgefüllt, denn falls die eine oder andere Fledermaus abstürzt, soll sie nicht ertrinken. Hohlloch-Ziegel an der Wand wurden aufgestellt, darin können sich die Fledermäuse verkrabbeln. Das Einflugloch ist ein schmaler Schlitz. Fressfeinde wie Marder oder Eulen können nicht in das Winterquartier gelangen. Zugänglich für Menschen ist der Keller nur durch ein kleines Loch im Erdgeschoss des Wasserturms. Wer hinabsteigt, sollte schwindelfrei sein, denn die angestellte Leiter führt steil in die Tiefe. Ohne Taschenlampe ist es stockduster.
Ob und in welcher Zahl die Fledermäuse das Quartier annehmen werden, wird seitens der NVL dokumentiert.