Feuerwehrmänner im Übungsfall

Szenario Zimmerbrand nach Hitzestrahlung

Kaltenweide-Krähenwinkel. Einen Übungsfall arbeiteten die Ortsfeuerwehren
Kaltenweide und Krähenwinkel in der vergangenen Woche ab. Das Szenario: An der Allensteiner Straße kam es zu einem ausgedehnten Wohnungsbrand. Bei Räucherarbeiten entzündeten sich Rückstände in einen Schornsteinbrand. Durch die immense Hitzestrahlung griff das Feuer auf ein Zimmer über. Gegen 19.20 Uhr bemerkten Anwohner eine starke Rauchentwicklung aus dem Einfamilienhaus und setzten den Notruf ab. Die Regionsleitstelle alarmierte daraufhin die zuständige Ortsfeuerwehr Kaltenweide. Auf Grund weiterer Notrufe wurde durch den Disponenten die Alarmstufe erhöht und zusätzlich die Ortsfeuerwehr Krähenwinkel alarmiert. Beim Eintreffen konnte Einsatzleiter Uwe Glaser eine Rauchentwicklung und Feuerschein im ersten Obergeschoss feststellen. Ein Nachbar erläuterte, dass an den Räucherabenden regelmäßig bis zu zehn Personen teilnahmen.
Im Einsatzverlauf setzte Uwe Glaser nun sechs Atemschutztrupps ein, die neun Personen aus dem Wohnhaus retten und in die rettungsdienstliche Behandlung übergeben konnten. Darüber hinaus wurde das Feuer im Obergeschoss mit einem Druckschlauch gelöscht. Ein weiterer Trupp schirmte mit einem weiteren Druckschlauch ein naheliegendes Haus vor der immensen Hitzestrahlung ab und konnte so ein Übergreifen der Flammen verhindern. Nach dem Schaffen ausreichend dimensionierter Öffnungen wurde eine Überdruckbelüftung eingeleitet und der Brandrauch aus den Räumen gedrückt.
Diese detaillierte Beschreibung war Basis der Übungsplanung. "Das Übungsobjekt wird in den kommenden Tagen abgerissen. Daher war ein realitätsnahes Üben möglich", so der Bericht von Feuerwehrsprecher Stephan Bommert. So konnten die vorgehenden Trupps üben, Türen mit den dicken Brandschutzhandschuhen und einem speziellen Brechwerkzeug aufzubrechen. Erschwerend kam in dieser Situation der dichte Rauch hinzu. An der von Frank Decker, Björn Raccur und Thomas Siebert ausgearbeiteten Übung waren 36 Einsatzkräfte mit sechs Fahrzeugen beteiligt.
Folgende Schwerpunkte galt es abzuarbeiten: Stärke der alarmierten Einsatzkräfte bezogen auf die Tageszeit, Aufstellung der Fahrzeuge, Ordnung des Raumes, Verhalten der Anwohner, Erkennen der Gefahrenschwerpunkte, Durchführung der Menschenrettung, Aufbau eines Löschangriffs und Schutz angrenzender und umgebender Gebäude.