Feuerzauber mit Fackeln

Der Festausmarsch lockte viele Zuschauer an. Fotos: E. A. Nebig
 
Unter freiem Himmel wurden die Majestäten proklamiert.

Schützenfestreigen wurde in Engelbostel eröffnet

Engelbostel (ne). Im 109. Jahr seines Bestehens eröffnete der Schützenverein Engelbostel von 1901 am vergangenen Wochenende den Reigen der Langenhagener Schützenfeste unter dem Motto: „Klein aber fein“. Aus Gründen der Sparsamkeit ging das örtliche, traditionelle Schützenfest wie schon im vergangenen Jahr ein wenig anders als gewohnt bei recht kühlem Maiwetter über die Bühne. Es fand überwiegend im Freien, offiziell nur einen, inoffiziell zwei Tage lang statt. Auf ein Festzelt war verzichtet worden, dafür musste am Sonnabendabend der Saal des Gasthofes Zur Post für eine Disco herhalten. Schützenhauptmann und Vereinsvorsitzender Rolf Vogt regierte als Schützenkönig noch während der Ehrungen zur Eröffnung des Festes, ebenso seine Königin, Ortsbürgermeisterin Gudrun Mennecke und Jugendkönig Patrick Möller. Zur anschließenden Proklamation der neuen Majestäten mussten sie ihre Insignien ablegen und an die Amtsnachfolger König Andreas Wurm, Königin Regina Brandes und Jugendkönig Florian Swoboda übergeben. Nach der feierlichen Inthronisation gab Rolf Vogt das Kommando: „Abmarsch zu den Scheibenzeremonien“. Im Rahmen eines Ausmarsches wurden die Königsscheiben überbracht. Hoch auf der Leiter waltete Scheibenkieker Rainer Prendel dreimal seines Amtes. Er brachte die jeweilige, von Malermeister Sensing gefertigte Ehrenscheibe mit je einer lustigen Rede über die Person der Majestät und flotten Sprüchen an den Giebeln der Königsresidenzen an. Bei Florian Swoboda war es Scheibe Nummer. 2; er war 2006 schon einmal König der Jugend. Ein drittes Mal kann es nicht geben, denn im kommenden Jahr gehört er in die Schützenklasse. Die Schützenmajestäten dankten und bewirteten „ihr Volk“ nach dem jeweiligen Ehrentanz jeweils fürstlich, Für den musikalischen Rahmen sorgte dabei der vereinseigene Spielmannszug mit den Jagdhornmbläsern, die ihr Repertoire erheblich erweitert hatten. Gemeinsam führten die Majestäten eine fröhliche Regentschaft, und díe Dorfbevölkerung sowie viele Gäste aus ganz Langenhagen machten fröhlich mit. Mit dabei waren auch Kreisoberschützenmeister Mathias Böttcher und Kreis-Oberschießsportleiter Manfred Degen; sie hatten zudem den frisch gebackenen Landeskönig Hans Hoppe vom SV Vinnhorst mitgebracht. Gefeiert wurde nach alter Väter Sitte – so wie es der Ortschronist Wilhelm Hirte überliefert hat – nur zwei Tage und ohne Zelt. Auftakt war die Königsproklamation sowie die Ehrungen der besten Damen und Schützen vor den Scheiben am Sonnabendmittag unter freiem Himmel auf dem Hofplatz des einstigen Großköthner-Hofes Tegtmeyer, dem heutigen Landhotel Zum alten Krug. Das Lokal ist seit Jahrzehnten samt einem Schießstand Domizil der Schützen.Am Abend stieg dann die große Schützen-Disco im Saal der Post. Familie Mörke hatte sich dazu etwas einfallen lassen; sie veranstaltete auf dem Hof einen Feuerzauber mit leuchtenden Fackeln und Feuertonnen, die wohlige Wärme verbreiteten. Es wurde im Saal und auf dem Hof sehr gemütlich. Kein Wunder, dass erst am frühen Morgen die Lichter verlöschten. Am zweiten Festtag ließen es viele der Schützen ruhiger angehen. Sie ließen die Schützentrachten im Schrank und trafen sich recht zivil zum schon traditionellen Spargelessen bei Vereinswirtin Maria in der Sattelkam-
mer des Reit- und Fahrvereins. Etliche Schützen luden dazu ihre Frauen und Mütter ein, schließlich war ja Muttertag. Damit klang das abgespeckte Schützenfest aus. Klein aber fein war es. Dem Vernehmen nach soll es einige Absackerpartys im Dorf gegeben haben. In der letzten Septemberwoche geht es bei den Schützen weiter, dann richten sie das einzig noch weit und breit erhaltene Erntefest auf dem Festplatz aus.