Finanzielle und räumliche Hindernisse

Die Podiumsdiskussion bot spannende Einblicke.

Viel Einigkeit zur Reform des Kita-Gesetzes

Langenhagen. Auf Einladung von Frauen Union und CDU Langenhagen fand im Forum Langenhagen eine lebhafte Podiumsdiskussion zur Reform des Kita-Gesetzes statt, die noch im Dezember im Niedersächsischen Landtag verabschiedet werden soll. Die Bildungspolitikerin Astrid Vockert aus Schiffdorf wies in ihrem Impuls darauf hin, dass umfassende Verbesserungen im Bereich der frühkindlichen Bildung notwendig seien. Respekt zollte sie der Landesregierung für den vorliegenden Entwurf, der deutlich in die richtige Richtung weise. So werde das Land ab dem 1. Januar 2015 die dritte Kraft in Kitas fördern, abgestuft nach Erziehern, Sozialassistenten und Kinderpflegern. Allerdings seien auch darüber hinaus weitere Verbesserungen bei Personalschlüssel, Qualifizierungsmaßnahmen, Anerkennungskultur und struktureller Verbindung der Ausbildung von Erziehern und Grundschullehrkräften sowie eine grundsätzliche Qualitätsverbesserung in den Kitas notwendig.
Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer, erst seit 33 Tagen im Amt, wies auf finanzielle und räumliche Hindernisse bei der Qualitätsstärkung hin. Seiner Sympathie für weitere Verbesserungen der Kita-Infrastruktur tat dies keinen Abbruch. Er warb jedoch um Verständnis, dass vieles Wünschenswerte erst mittelfristig umgesetzt werden könne.
In der vom Landtagsabgeordneten Rainer Fredermann moderierten Podiumsdiskussion traten kleinere Differenzen auf. So war umstritten, ob eine Verkleinerung der Gruppe wichtiger als eine weitere Kraft in der Gruppe wäre. So drängte Stephanie Emmel von der Stadt Langenhagen darauf, insbesondere bei der Umsetzung der inklusiven Bildung kleinere Gruppen intensiv ins Auge zu fassen. Wolf Becker von der Gewerkschaft komba warb eindringlich um bessere Rahmenbedingungen für Erzieher und betonte, dass durch die Kündigung des Tarifvertrags zum 1. Januar 2015 nun die einmalige Chance für deutliche Verbesserungen für Erzieher bestehe. Der bildungspolitische Sprecher der Langenhagener CDU-Ratsfraktion Marco Zacharias warnte davor, neben der finanziellen Seite die Arbeitsbedingungen aus den Augen zu verlieren. Die Rahmenbedingungen sowie die sachliche Ausstattung müsse so weiterentwickelt werden, dass Erzieher ihren Beruf bis zur Rente ausüben können.
Langenhagens stellvertretende Bürgermeisterin Renate Friedrich, selbst als Erzieherin tätig, sprach den Zuhörern in ihrem Schlusswort aus dem Herzen. Sie dankte den Podiumsteilnehmern für ihre spannenden Einblicke und betonte, sie fühle sich und ihre Anliegen gut verstanden und aufgehoben. Nun sei es an Bürgermeister Heuer, die sich bietenden Chancen zu nutzen, um in den kommenden Jahren die Situation für die Kitas deutlich zu verbessern.