Flachgewässer sind ökologisch wertvoll

Mitarbeiter des Betriebshofes räumten die Ufer der Stadtparkteiche bereits von Unrat. (Foto: O. Krebs)

Teiche im Stadtpark sollen umgebaut werden

Langenhagen (gg). Seit gut vier Wochen sinkt der Wasserpegel in den Stadtparkteichen. Passanten beobachteten das fortlaufend und meldeten das nicht nur, sondern richteten sich mit zahlreichen Beschwerden an die Stadtverwaltung. Da war vom mutwillig herbeigeführten Fischsterben ebenso die Rede wie vom „erbärmlichen Zustand“. Ein Schandfleck sei entstanden und die Stadtverwaltung sitze das Problem aus. „Ganz im Gegenteil – wir versuchen seit Wochen eine gute Lösung für das Problem zu erarbeiten“, sagt Bürgermeister Mirko Heuer im Pressegespräch. Die Stadtverwaltung prüfte den Sachverhalt mehrfach, insbesondere in Bezug auf die Vermutung, dass die Grundwasserabsenkung für die Schwimmbad-Baustelle in direktem Zusammenhang stehe. „Hinzugezogene Gutachter haben inzwischen bestätigt, dass mehrere Umstände im Umfeld der Teiche in der Summe das Trockenfallen bewirkt haben“, erklärt der Bürgermeister. So führe die Wasserhaltung der Baustelle zwar zu einem Effekt, doch der mache bisher nur 30 Prozent des fehlenden Gesamtpegels aus, könne in den nächsten Wochen allerdings noch mehr werden. „Weitere Gründe sind eine anhaltende Trockenheit, ausgemähte und besser abführende Entwässerungsgräben und weniger Grundwasser, das aus dem Bereich Konrad-Adenauer-Straße abgepumpt wird und aus dem die Teiche gespeist werden“, fügt er hinzu. „Seit Jahren gibt es einen Trend zu weniger Wasser“, bestätigt Ricky Stankewitz. Der Naturschutzbeauftragte und Vorsitzende des NABU-Ortsvereins steht in ständigem Kontakt zur Stadtverwaltung und bemüht sich ehrenamtlich, gemeinsam mit Vereinskollegen, Verbesserungsvorschläge zu machen. Die sollen möglichst die Anliegerinteressen erfüllen, gleichzeitig aber auch den Vorgaben der Natur entsprechen. „Nach anderen Ankündigungen haben wir uns nun doch gegen das Umpumpen des Grundwassers von der Baustelle zu den Teichen entschieden. Das wäre nur ein Pumpen im Kreis, kostet gut 30.000 Euro und der Wasserstand wird sich nicht befriedigend einpendeln“, teilt Mirko Heuer mit. Stattdessen werde die Stadtverwaltung den politischen Gremien (samt Parkbeirat) nun einen anderen Vorschlag unterbreiten. In Abstimmung mit dem NABU soll der nördliche Teich umgewandelt werden in mehrere Kleingewässer, die je nach Grundwasserstand und Witterung einen wechselnden Pegel haben und im Sommer auch austrocknen sollen. „Diese Flachgewässer sind ökologisch sehr viel wertvoller als ein Ententeich mit zu hohem Fischbesatz und ohne Wasserpflanzen, wie bisher“, meint auch NABU-Kollege und Parkbeiratsmitglied Georg Obermeier. Er setzt sich für Biodiversität ein und sagt: „Wenn die Flachgewässer erst einmal in ganzer Pracht zu sehen sind, werden die Passanten sie sicher zu schätzen wissen.“ Fische und Enten soll es weiterhin geben, allerdings nur im südlichen Teich. Noch ist das Konzept keine beschlossene Sache, dazu muss der Rat entscheiden. Auch sei die Ausführung der Maßnahme noch nicht durchgeplant. Ricky Stankewitz sagt: „Neue Probleme können auftauchen, aber es lohnt sich, selbst auf das Risiko hin, dass es nicht gelingt, daran zu arbeiten. Ich bin lieber ein Optimist, der sich irrt, als ein Pessimist der recht hat.“
Gesichtet wurden derweil im nördlichen, fast ausgetrockneten Teich, zwei Karpfen. Diese sollen seitens der Ortsfeuerwehr abgefischt und umgesetzt werden.