„Flexibel, wissbegierig, fleißig“

Mit guter Stimmung und Zuversicht sprachen Flüchtlinge und Unterstützer über die Fortschritte beim Deutsch lernen. Schnelle Hilfe bei der Raumsuche gab es seitens des DRK-Ortsvereins - vor Ort mit Christiane Fischer (von links) und Martina Rust. (Foto: G. Gosewisch)

Helfer sind begeistert von Flüchtlingen

Langenhagen (gg). Eine positive Dynamik hat sich nun unter einigen Flüchtlingen, die in der Notunterkunft an der Hans-Böckler-Straße leben, eingestellt. Eine wichtige Rolle dabei spielen ehrenamtliche Helfer, die einem Aufruf der Johanniter vor einigen Wochen gefolgt waren. Letztere leiten im Auftrag des Landes Niedersachsen die Einrichtung, sorgen für den Betrieb mit geregeltem Tagesablauf und Verpflegung für rund 300 Flüchtlinge. Die ehrenamtlichen Helfer leisteten insbesondere als Dolmetscher wertvolle Hilfe. Zunächst ging es darum, die Abläufe in der Unterkunft verständlich zu machen – in Arabisch, Farsi, Kurdisch und weiteren Sprachen. Im weiteren konnten sie Fragen der Flüchtlinge beantworten, Ängste abbauen. Das Bemühen der Flüchtlinge Deutsch zu lernen, wurde von den Helfern gern unterstützt. Es wurden Teams gebildet, die an zwei Abenden pro Woche gemeinsam mit den Helfern lernen und täglich, quasi von früh bis spät, üben. Inzwischen gibt es zwölf Helfer, die anleiten und erklären, und insgesamt rund 60 Flüchtlinge, die auf diese Weise lernen. Ein Gruppenraum wurde seitens des DRK-Ortsvereins im Treffpunkt an der Kastanienallee zur Verfügung gestellt. Eine Lernstunde zum Anlass nahmen nun weitere Unterstützer, um einige Flüchtlinge kennenzulernen. Justyna Scharlé, städtische Integrationsbeauftragte, klärte zur Frage der Jobvermittlung auf, Karin Saremba kündigte im Namen der Bürgerstiftung Sachspenden (Unterrichtsmaterial) an, Ulrich Seiboth von der Stiftung Lindenhof sagte zu, gespendete Laptops aufzuarbeiten und vieles mehr.
Alle waren rundum begeistert über die großen Fortschritte, die beim Deutsch lernen innerhalb weniger Wochen geschafft wurden – ein Eindruck, der von den Helfern bestätigt wurde. „Sie lernen flexibel, wissbegierig und fleißig. Sie sind zu schade, um nur in der Unterkunft zu sein“, so der Tenor. „Die Leute haben falsche Vorstellungen, mit wem wir es hier zu tun haben“, erklärt Anette Lerch aus dem Helferteam genauer und macht dies an einem Beispiel deutlich, „Ich erlebe eine faszinierende Höflichkeit in meinem Team. Wir haben stundenlange Spaziergänge quer durch Langenhagen unternommen. Wir sprechen über alles, was wir sehen und was uns begegnet. Alle sind von Anfang bis Ende aufmerksam, interessieren sich für alles, fragen vieles nach, wollen alles wissen. Das macht einfach Spaß.“ Humira Pragasky, stellvertretende Vorsitzende des Integrationsbeirates, ist fast täglich in der Unterkunft und bemüht sich um einen Ausbau der Hilfe für die Flüchtlinge: „Die Kinder dort brauchen dringend Unterricht. Es wäre toll, wenn sich pensionierte Grundschullehrer melden könnten.“ Interessierte finden Kontakt bei den Johannitern: Telefon (0511) 67 89 66 33.