Flüchtlinge: Stadt lehnt Unterstützung ab

Verwaltung sieht hohen Abstimmungsbedarf

Langenhagen. Die Stadt Langenhagen hat gemeinsam mit den anderen Umlandstädten ein Unterstützungsangebot der Region Hannover für die Beratung und Betreuung von Flüchtlingen abgelehnt. Die Region hatte angeboten, ein dezentrales und unabhängiges Beratungsangebot zu finanzieren, mit dem Asylsuchende bei der Integration in die Gesellschaft unterstützt und bei aufenthaltsrechtlichen Fragen beraten werden sollten. Es war geplant, in Langenhagen einen von fünf Beratungsstützpunkten einzurichten und vom Verein Kargah betreiben zu lassen. Die Region war bereit, dafür 300.000 Euro jährlich aufzuwenden. Dieses Angebot wurde nach mehrmonatiger positiver Diskussion auf Fachebene im März von den Städten und Gemeinden abgelehnt.
„Ich finde es schwer nachvollziehbar, dass die Stadt versucht, Willkommenskultur zu gestalten und dafür auch Personalstellen neu einrichten möchte, dass aber gleichzeitig eine Unterstützung durch die Region abgelehnt wird“, so Dirk Musfeldt, Fraktionsvorsitzender der Grünen. „Es war vorgesehen, jeweils vor Ort die vorhandenen Strukturen aufzunehmen und zu ergänzen. Einen Sachgrund für die Ablehnung kann ich nicht erkennen“, stellt Musfeldt fest.
Üblicherweise verweise die Stadt gerne auf fehlende Gelder von anderen Ebenen. Hier werde eine Maßnahme von der Region angeboten, aber von der Stadt dankend abgelehnt.
Pressesprecherin Juliane Stahl: "Auch die Stadtverwaltung hat sich wie die anderen Kommunen ablehnend positioniert, da sich nicht erschloss, wie sich das von der Region vorgestellte Angebot mit dem von ihr genannten finanziellen Betrag in Höhe von 50.000 Euro (nicht 300.000 Euro) für alle Regionskommunen fachlich sinnvoll und gerecht verteilt umsetzen ließe. Zudem entstünde ein hoher Abstimmungsbedarf zwischen dem von der Region vorgeschlagenen Verein Kargah und den professionellen und ehrenamtlichen Akteuren vor Ort, der einen deutlichen zeitlichen Aufwand bedeuten würde.Stattdessen wurde ein anderer Einsatz der bereitgestellten Mittel,zum Beispiel für Sprachförderung durch eigene Volkshochschulen, Dolmetscherkosten und Unterstützung von Ehrenamtlichen, vorgeschlagen, um die schon vorhandenen Angebote vor Ort stärken zu können."