Flüchtlingskinder lernen schwimmen

Betreuerinnen fühlen sich vielfach herausgefordert

Godshorn (gg). Bälle, Quietsch-Ente und Schwimmnudel – wenn die Kinder aus den Langenhagener Flüchtlingsunterkünften zum Schwimmen gehen, strahlen sie mit ihren bunten Utensilien um die Wette. Sie freuen sich, haben Spaß am Wasser und merken, dass sie mit ihren Bewegungen viel erreichen können. Möglich ist das dank des Engagements von Brigitte Eder und Renate Kammeyer. Die pensionierten Pädagoginnen leisten seit einem halben Jahr für zwölf Kinder einmal in der Woche nicht nur den Schwimmunterricht, sondern auch den Hol- und Bringdienst und die Betreuung drum herum samt Bereitstellung von Schwimmanzügen oder Handtüchern. Integriert ist ein Kind mit geistigem Handycap. „Es gehört schon eine Menge dazu. Mit einfach nur Schwimmen gehen, ist es nicht getan“, sagt Brigitte Eder. Das erweiterte polizeiliche Führungszeugnis, der Auftrag der Stadtverwaltung für die ehrenamtliche Tätigkeit, die Klärung der Versicherung und mehr musste vorab beschafft werden. „Das haben wir nicht geahnt, als wir die Idee für die gute Sache hatten“, berichtet Brigitte Eder. Aber noch schwieriger sei es nach den Start-Formalitäten geworden. Anhaltendes Problem sei das Übergeben der Kinder an die Eltern nach dem Schwimmunterricht. „Wir brauchen einfach Verlässlichkeit. Wir müssen nach dem Schwimmen an mehreren Unterkünften haltmachen, um die Kinder abzugeben. Wenn dann niemand da ist, um sie in Empfang zu nehmen, obwohl es so verabredet ist, stehen wir da und wissen nicht, was wir tun sollen. Es dauert manchmal Stunden, bis wir jemanden finden.“ Klar ist beiden Betreuerinnen, dass sie Gelassenheit lernen müssen. Renate Kammeyer sagt: „Die Mentalität ist halt anders.“ So sei vieles egal, manches aber sehr wichtig, wie beispielsweise die Vorgaben zur Bekleidung.
Über die kleinen Zeichen der Unterstützung, wie die Zusage von Schwimmbad-Geschäftsführer Stefan Otte, keinen Eintritt bezahlen zu müssen, haben sich die Betreuerinnen sehr gefreut, denn das signalisiert, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Stolz sind sie zudem auf die Leistung ihrer Schützlinge. Brigitte Eder berichtet: „Zwei Kinder haben die Prüfung zum bronzenen Schwimmabzeichen geschafft. Ein Seepferdchen-Abzeichen wurde verliehen.“