Förderschüler rekonstruieren eine Handhebeldraisine

Den Jugendlichen soll eine spätere Berufswahl nahegelegt werden. (Foto: D. Lange)

„Do it“-Projekt der Bürgerstiftung Langenhagen

Langenhagen (dl). In einer Werkstatt der ehemaligen Stahlbaufirma Eilers am Entenfangweg in Hannover entsteht zur Zeit eine sogenannte Handhebeldraisine. Schüler der Pestalozzi- sowie der Brinker Schule schweißen, bohren und schrauben dort an einem Nachbau eines solchen, handbetriebenen Schienenfahrzeugs. Gelegentlich sind dabei aus Kostengründen, was die Auswahl und Verwendung der für den Bau benötigten Teile angeht, gewisse Kompromisse nicht ganz zu vermeiden.Praktischerweise stehen aber auf dem ehemaligen Werksgelände etliche Meter Schienen zur Verfügung, die für die demnächst anstehende Probefahrt genutzt werden können. Unterstützt und angeleitet werden die Schüler bei ihrer Arbeit von einem pensionierten Berufsschullehrer, einem Elektroingenieur, einem Telekommunikationsspezialisten und einem Bankkaufmann. Alles Rentner, die ihre Freizeit in den Dienst der Jugendlichen stellen. „Wir sind ein Team, das nicht nur zusammenpasst, sondern wir haben auch sehr viel Spaß bei dem, was wir tun“, sagt Projektleiter Wolfgang Reichel. Die Aktion ist Teil des seit drei Jahren bestehenden „Do it“-Projekts der Bürgerstiftung „Wir helfen“. Das Ziel des Projekts ist es, jungen Menschen eine Chance zu geben, sie auf ein Praktikum oder eine Berufsausbildung vorzubereiten und ihnen dazu handwerkliche Fähigkeiten zu vermitteln. Darüber hinaus erfahren die Schüler der zehnten Klassen auch gleich noch die Bedeutung von Teamarbeit, Zuverlässigkeit, Rücksichtnahme und Pünktlichkeit. Reichel sieht sich mit der Werkstatt als eine verlängerte Werkbank der Schule und hat mit Schülern zusammen bereits im vergangenen Jahr mit dem Bau einer motorisierten Seifenkiste auf das „Do it“- Projekt aufmerksam gemacht, welches von der Volksbank Hannover finanziell gefördert wurde. Für die Jugendlichen eröffnet sich durch die Kontakte zum Wirtschaftsclub zudem die Chance, in einem der Mitgliedsunternehmen des Clubs einen Ausbildungsplatz zu finden. Die bestehenden Kontakte zum Wirtschaftsclub waren und sind nach wie vor sehr hilfreich bei der technischen Ausstattung der Werkstatt. „Mit Werkzeug und Maschinen sind wir ganz gut ausgerüstet“, sagt Reichel. Bereits das Kart-Projekt im letzten Jahr wurde von dem Langenhagener Bernd Hauer auch filmisch begleitet. Auch jetzt ist er wieder mit seiner Kamera dabei, um den Entstehungsprozess der Draisine im Bild festzuhalten. „Für uns ist es wichtig, den Jugendlichen Möglichkeiten für ihre spätere Berufswahl aufzuzeigen“, ist Reichel überzeugt. „Für pädagogische Konzepte sind andere zuständig. Wir sind die Praktiker."