Fotoausstellung "Lebe das Leben" im CCL

Zlatko Maksimovic, Landtagsabgeordneter in Banja Luka und Direktor der Notfallklinik in Bijelijna, mit Zeljko Dragic, Vorsitzender des Langenhagener Vereins „Hilfe für das junge Leben“, moderierten die Ausstellungseröffnung. (Foto: D. Lange)

Bosnisch-deutsche Präsentation zum ersten Weltkrieg

Langenhagen (dl). Mit dem Mord an dem österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seiner Frau, Erzherzogin Sofia, auf der Lateinischen Brücke in Sarajevo, nahm am 28. Juni 1914 mit dem ersten Weltkrieg die Ur-Katastrophe des 20. Jahrhunderts ihren verhängnisvollen Anfang. Anlässlich dieses Jahrestages entstand im Rahmen der seit 2007 bestehenden Städtefreundschaft zwischen Bijeljina in Bosnien-Herzegowina und Langenhagen sowie auf Anregung des Vereins „Hilfe für das junge Leben“ ein grenzüberschreitendes Projekt, das sich auf die Suche nach den Spuren dieses geschichtlichen Ereignisses von besonderer Tragweite begab. Herausgekommen bei dieser Spurensuche ist eine umfangreiche Dokumentation, die in Fotos und Texten nicht nur nach den heute noch sichtbaren Spuren des ersten Weltkriegs in Form von Gebäuden oder Denkmälern fahndete, sondern die sich auch mit den Fragen nach dem Hier und Jetzt beschäftigte. Wie lebten die Menschen damals und wie leben sie heute, welche Gemeinsamkeiten gibt es in den beiden landwirtschaftlich geprägten Städten und welche Spuren hat der Bürgerkrieg der 1990er Jahre im ehemaligen Jugoslawien hinterlassen, unter dessen Auswirkungen Bosnien-Herzegowina ganz besonders zu leiden hatte? Ein Land, „das wie kaum ein anders Land in Europa die Verwerfungen der letzten hundert Jahre verkörpert und bis heute unter den Folgen leidet“, so der deutsche Botschafter in Sarajevo, Christian Hellbach. Um das herauszufinden, begaben sich im Juli vergangenen Jahres Jugendliche des Gymnasiums Langenhagen zusammen mit Schülern des Gymnasiums in Bijelijna gemeinsam auf Spurensuche. Unterstützt wurden sie bei ihrer Recherche von der Geschichtslehrerin des Langenhagener Gymnasiums, Christiane Bühne, und vom Vorsitzenden des Vereins, Zeljko Dragic. In Bijelijna im Nordosten Bosniens lebten Ende des 19. Jahrhunderts verschiedenen Volksgruppen und Religionen zusammen. Neben Muslimen, Juden und orthodoxen Christen waren es in dieser Zeit auch Deutsche, die dort lebten, mit deutschem Kindergarten und einer evangelischen Kirche. Auf der Grenze zwischen Österreich-Ungarn und Serbien gelegen sind in der Stadt Bijelijna auch heute noch die Einflüsse der österreichisch-ungarischen Monarchie sichtbar. Bei ihrer Recherchearbeit nach den Spuren der Vergangenheit kamen die jugendlichen Geschichtsforscher zu der Erkenntnis, dass Langenhagen damals weit ab vom Weltgeschehen lag und die Geschichte der letzten hundert Jahre in Bijelijna sehr viel präsenter ist im Leben der Menschen dort. Die Ausstellung „Lebe das Leben“ ist im CCL noch bis einschließlich 30. Mai zu sehen.