Fotografie als Aufklärung

Anne Kirchenbüchler, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt (links) und Margarethe Wegenast, Mitbegründerin des Runden Tisches und Mitiniatorin der Plakatkampagne.Foto: D. Lange

Plakatkampagne gegen häusliche Gewalt

Langenhagen (dl) Das Thema häusliche Gewalt ist inzwischen durchaus in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Laut Statistik hat jede vierte Frau bereits einen gewalttätigen Übergriff durch den Partner erfahren müssen und das quer durch alle gesellschaftliche Schichten. Das zeigt, dass es nach wie vor einen großen Handlungsbedarf, gerade im Bereich der Prävention und der Aufklärung solcher Gewalttaten gibt. Aus diesem Grund gründeten sich in vielen Kommunen Runde Tische gegen häusliche Gewalt, so auch in Langenhagen. Der Runde Tisch ist ein Bündnis verschiedener Einrichtungen und Behörden wie Polizei, die bekanntlich in vielen Fällen als erste einen Kontakt zu den Betroffenen bekommen, Frauennotruf Ophelia, Lebensberatung Langenhagen, Sozialberatungsdienst Langenhagen, Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte der Stadt oder auch den Verein für Sozialarbeit. Alle Institutionen sind eng miteinander vernetzt und haben es sich zur Aufgabe gemacht, durch Prävention die Spirale der Gewalt zu durchbrechen und den Betroffenen zu helfen, denn das sind eben nicht nur Frauen, sondern vor allem auch die Kinder in den Familien. Ferner sorgt der Runde Tisch dafür, dieses Netzwerk mit seinen vielfältigen Beratungsstellen überhaupt bekannt zu machen. In ihrem begleitenden Vortrag zum Thema stellte Margarethe Wegenast, die frühere Leiterin des Frauennotrufs in Langenhagen, Mitgründerin des Runden Tisches und Mitinitiatorin der Plakatkampagne, fest, dass die Fallzahlen leider steigen oder stagnieren, auch wenn zunehmend mehr Fälle zur Anzeige gebracht würden als bisher und die Dunkelziffer im Gegenzug gesunken sei. Die Ursachen für diese Zunahme sieht Wegenast nicht nur, aber auch im Wegbrechen der gesellschaftlichen Mittelschichten und als Folge der derzeitigen Sozialgesetzgebung, Stichwort: Hartz IV. Das gesellschaftliche Phänomen einer beunruhigenden, zunehmenden Gewaltbereitschaft dürfte hier ebenfalls eine gewisse Rolle spielen. Der Anlass für die Plakatkampagne, die jetzt im Rathaus vorgestellt wurde, ist das zehnjährige Bestehen des Runden Tischs in Langenhagen. Fotografisch umgesetzt wurde das Thema "häusliche Gewalt-Gewalt gegen Frauen" durch Studenten der Fachhochschule für Medien, Information und Design. Von allen vorhandenen Motiven wurden 4 zur Veröffentlichung ausgesucht, die bereits auf großen Plakatwänden in der Region Hannover im öffentlichen Raum zu sehen waren. Alle Motive der Kampagne, auch diejenigen, die hierfür nicht berücksichtigt wurden, sind derzeit noch bis zum 19. September im Rathausfoyer ausgestellt.