Freie Beete entstehen am Bauernpfad

An der städtischen Flüchtlingsunterkunft Bauernpfad entsteht ein Garten. Brunhild Lücke kümmert sich für die Bewohner um die Vorbereitung. (Foto: G. Gosewisch)

Brunhild Lücke gibt die Pickhacke an Flüchtlinge

Krähenwinkel (gg). Gartenarbeit lautet das Motto, das Brunhild Lücke, ehrenamtliche Betreuerin an der städtischen Flüchtlingsunterkunft Bauernpfad, nun vorgibt. „Eine Maßnahme zur sinnvollen Beschäftigung“, erklärt sie zu ihrer Initiative. Sie unterstützt den städtischen Sozialdienst, der für rund 30 Zugezogene (aus Syrien, aus Eritrea und aus dem Irak) in Krähenwinkel zuständig ist. Nach dem ersten Kennenlernen, nach zahlreichen Unterrichtsstunden Deutsch (zwei Mal pro Woche), nach begleiteten Arztbesuchen und Tipps für den Alltag habe sich Routine eingestellt, so die Erfahrung von Brunhild Lücke. Ihrer Beobachtung nach habe aber auch Langeweile unter den Bewohnern eingesetzt. Dies sei nachvollziehbar, denn ohne geklärten Aufenthaltsstatus sei die Betätigung beschränkt. Abhilfe wolle sie mit dem Garten schaffen, den sie für die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft nun hergerichtet hat. Sie hat die Genehmigung der städtischen Abteilungen in der Stadtverwaltung eingeholt und dort auch schnelle Unterstützung bekommen. „Der Garten ist ganz in unserem Sinn“, sagt Ursula Schneider. Sie leitet die städtische Abteilung Stadtgrün und begrüßt das ehrenamtliche Engagement. „Es ist ganz einfach. Beerenobst am Rand, Gemüse in Streifen und ein erhöhtes Kräuterbeet“, erklärt Brunhild Lücke, IGS-Lehrerin im Ruhestand, resolut. Sie traut sich zu, Anleitung zur Gartenarbeit zu geben, freut sich aber auch über die Unterstützung ihres Mannes Friedrich Lücke. Er war über Jahrzehnte als Landschaftsarchitekt für die Langenhagener Stadtverwaltung tätig. „Wenn ich etwas anfange, mache ich es ganz“, sagt Brunhild Lücke mit Überzeugung. Viel hat sie schon für die Gartenarbeit vorbereitet, hat Werkzeug herangeschafft, für die Randbefestigung Rollrasen organisiert und Randpfosten setzten lassen. Erste Schwierigkeiten, wie die überraschende Feststellung, dass der Untergrund verfestigt ist, sieht sie als Herausforderung: „Wer mitmachen möchte, bekommt die Pickhacke und kann sich sein Beet selber vorbereiten.“ Die Auswahl der Gemüsesaat soll allein in der Entscheidung der Gartennutzer liegen. „Das fördert die Verbundenheit mit der Arbeit“, sagt Brunhild Lücke. Eine Regentonne wolle sie noch spendieren, hat aber auch schon bei der Stadtverwaltung für den Außenwasseranschluss einen Zugang organisiert. Handschuhe zum Absammeln der Steine verteilt sie noch an die Gartennutzer, auch Dünger und weiteres Werkzeug sollen bereitstehen, damit auf dem rund 20 Quadratmeter großen Gartenstück bald alles adrett aussieht. Zur Chance des Gelingens will Brunhild Lücke nicht viel sagen, sie lacht und will sich an die „Gepflogenheiten ihrer Schützlinge“ noch gewöhnen. Sie sagt: „Ich freue mich über den herzlichen Umgang. Was will ich mehr.“