Fremdbestimmter Weihnachtsmarkt irritiert

Die Kanten und Rampen auf dem Weihnachtsmarkt müssten nicht sein. Gabriele Simoneit zeigt das Problem. (Foto: G. Gosewisch)

Gabriele Simoneit empfiehlt Barrierefreiheit

Langenhagen (gg). Hauptsächlich Verzehrstationen hat der Weihnachtsmarkt am CCL zu bieten, der ein Novum auf dem Marktplatz ist. Überraschend für das Center-Management, die umliegenden Gewerbetreibenden und die ehrenamtlichen Organisatoren der Weihnachtsmärkte in den Ortschaften und an der Elisabethkirche hat die Stadtverwaltung einem Betreiber aus Nienburg die Nutzungsrechte auf dem Marktplatz erteilt, noch bis zum 30. Dezember. „Vorabsprachen gab es nicht“, antwortet Pressesprecherin Juliane Stahl nun auf eine entsprechende Frage, die bereits Mitte November gestellt wurde. Insbesondere die Verlegung des Wochenmarktes auf die Südseite des CCL sorgt für Ärger, denn dieser Standort ist für den Umsatz schädlich, so die allgemeine Meinung unter den Händlern. Standgebühren sind dennoch zu entrichten, auch der Betreiber des Weihnachtsmarktes zahlt. Die Stadtverwaltung rechnet mit „Einnahmen im vierstelligen Bereich“.
Trotzdem der Weihnachtsmarkt etwas verloren nur einen kleinen Bereich des Marktplatzes mit wenigen Buden füllt und daher kein traditionelles Flair entwickelt, wird das Angebot recht gut angenommen. „Der Glühwein ist lecker und manchmal ist es sogar richtig voll“, berichtet Gabriele Simoneit. Sie ist mit dem Rollstuhl unterwegs, und das normalerweise ohne Begleitperson, da sie sehr sportlich ist. Gerne und oft besucht sie das CCL, sie schätzt sehr, dass es barrierefrei gebaut ist. Daher wundert sie sich umso mehr, dass dies auf dem Weihnachtsmarkt nicht konsequent umgesetzt wird. Stolperkanten und Holzschrägen seien auch für Fußgänger nicht gut. „Ich fühle mich in Langenhagen sonst pudelwohl, aber diese Hindernisse haben mich genervt“, sagt Gabriele Simoneit mit Blick auf die Passanten, die nicht nur zu Fuß unterwegs sind. Viele schieben entweder einen Rollator oder einen Kinderwagen.
Erst jetzt teilt die Stadtverwaltung mit, dass dem Betreiber des Weihnachtsmarktes eine dreijährige Nutzungsoption gewährt wurde. Einfluss auf das Konzept gibt es nicht, lediglich Aspekte der Gewerbeordnung und des Verkehrsflusses allgemein sollen erfüllt sein.