Freunde gewinnen, Ängste abbauen

Die Hannoverschen Studenten David Hartmann (links) und Luk Stichternaht wollen mit ihrem Projekt bei der Integration von Flüchtlingen in Langenhagen helfen. (Foto: G. Goswisch)

Studenten holen Flüchtlinge aus den Unterkünften

Langenhagen (gg). „Bist du neu hier? Es gibt einen Treffpunkt. Magst du zu uns kommen?“ Mit einer Einladung wie dieser versuchen die Hannoverschen Studenten David Hartmann und Luk Stichternaht, mit zugezogenen Flüchtlingen in das Gespräch zu kommen. Einfach so, auf Langenhagens Straßen, im Einkaufszentrum. Recht distanzlos? „Ja, aber es geht nicht anders“, sagen die beiden im Gespräch mit dem ECHO. Hintergrund ist ihr studienbegleitendes Projekt. Vorweisen müssen sie in ihren Fächern soziale Arbeit und Religionspädagogik eine praktische Arbeit mit erklärter Zielsetzung. „Uns ist aufgefallen, dass die Flüchtlinge aus ihren Unterkünften kaum raus kommen“, sagen die Studenten. Zwar gebe es Hilfsangebote, aber die liefen meistens direkt dort, wo die Flüchtlinge wohnen. Ziel des Studienprojekts sei, Zugezogene aus dem Wohnbereich heraus zu holen, weil sie dort meistens unter sich sind. „Dort kann es nur eine isolierte Integration geben“, erklärt David Hartmann, und Luk Stichternaht ergänzt: „Nur dort, wo sich die Menschen begegnen, Zugezogene und Langenhagener, die hier schon länger wohnen, können Gemeinsamkeiten und Gespräche entstehen.“ Wenn sich sogar Freundschaften im Lauf der Zeit entwickeln, sei viel erreicht. Organisiert haben David Hartmann und Luk Stichternaht daher einen Treffpunkt. Im Mehr-Generationen-Haus gibt es 14-tägig freitags von 16 bis 19 Uhr eine feste Anlaufstation. Mit den Teilnehmern verabreden sie dort, was gemacht werden soll. Gemeinsam Kochen, ein Ausflug oder andere Aktionen – egal was, eine gute Idee zählt und wird umgesetzt, denn das Uni-Projekt ist natürlich auch auf das Erforschen ausgerichtet. Ob das Projekt zum Erfolg führt oder nicht, wird ausgewertet und dokumentiert.
Jedermann ist bei den Treffen willkommen: der nächste Termin im Mehr-Generationen-Haus an der Konrad-Adenauer-Straße 15d ist am 11. November.