Friedhöfe sollen sich wandeln

Zur Übergabe des offenen Briefs versammelten sich Steinmetz Uwe Spiekermann (von links), Bürgermeister Mirko Heuer, Frank Priegnitz (Gärtnerei Dirks), Bernd Vogel (Bestattungsinstitut Richard Eggers), Ursula Schneider (Stadtverwaltung), Daniel Behringer und Beate Pinkernell (Bestattungshaus Naethe), Wilhelm Ehlers (Gärtnerei Ehlers) und Steinmetz Axel Peinemann am Denkmal des anonymen Grabfeldes. (Foto: G. Gosewisch)

Bestatter, Gärtner und Steinmetze bieten Ideen an

Langenhagen (gg). Zu einer Gewerke-Gemeinschaft haben sich Bestatter, Gärtner und Steinmetze zusammengeschlossen. Sie bieten der Stadtverwaltung ihre Unterstützung an. Eine Friedhofssatzung soll entstehen, die dem Kulturwandel Rechnung trägt.
„Wir kennen die Friedhöfe und die Not der Trauernden“, sagt Uwe Spiekermann. Der Steinmetz ist Sprecher der Gewerke-Gemeinschaft und hat Bürgermeister Mirko Heuer einen offenen Brief zur Bestattungs-Revolution überreicht. Demonstrativ geschah das am Denkmal für anonyme Bestattungen auf dem Grenzheider Friedhof mit Unterstützung von Beate Pinkernell (Bestattungshaus Naethe), Bernd Vogel (Bestattungsinstitut Richard Eggers), Wilhelm Ehlers (Gärtnerei Ehlers), Frank Priegnitz (Gärtnerei Dirks) und Axel Peinemann (Peinemann Natursteine); Ingolf Swoboda (Sabines Blumenstübchen) gehört ebenfalls zur Gemeinschaft, war zeitlich verhindert nicht vor Ort. Es soll einen „Runden Tisch zur zeitgemäßen Weiterentwicklung der Friedhofskultur“ geben, so die Zusage von Mirko Heuer. Die Stadtverwaltung werde eine öffentliche Diskussion möglich machen und eigene Vorschläge einbringen. „Sicherlich wird es um die Urnen-Bestattung am Baum gehen, die auf dem Friedhof möglich sein soll“, ergänzte er. Inwieweit diese Option das Dilemma des Friedhofbetriebs löst, ist fraglich. Nach den Ausführungen von Uwe Spiekermann hat die steigende Zahl der Urnen-Bestattungen in Rasen-Reihengräbern oder auf dem anonymen Feld zu Freiräumen und höherem Pflegeaufwand geführt. Steigende Bestattungskosten sind die Folge. Uwe Spiekermann spricht zudem von einer Friedhofsflucht. Bestattungen im Wald und Billigangebote im Ausland seien in aller Munde. „Da gibt es viele Probleme für die Trauernden, die müssen mal angesprochen werden“, sagt er. Der offene Brief schließe an den von SPD und Grünen im Rat formulierten Antrag zur Weiterentwicklung der Bestattungskultur an. Offen sei die Gewerke-Gemeinschaft für weitere Unterstützung. Die Ideen der Ratsmitglieder, des Seniorenbeirates, des Hospizvereins und der Mitbürger allgemein seien willkommen. Erfahrungen aus der Friedhofsverwaltung in kirchlicher Trägerschaft seien bekannt. Seitens der Stadtverwaltung informierte Ursula Schneider, Leiterin des Bereichs Stadtgrün und Friedhöfe, dass die Zahl der Bestattungen auf den vier städtischen Friedhöfen nicht rückläufig sei. Rund 300 Bestattungen pro Jahr werden durchgeführt. Im Jahr 2015 waren es sogar 344. Ursula Schneider erklärt: „Es gibt eine starke Veränderung bei der Wahl der Bestattungsform.“