Friseurladen wird Koordinationszentrum

Die Auftaktveranstaltung vor etwa 50 Besuchern brachte bereits konkrete Ergebnisse.Foto: D. Lange

Langenhagen entwickelt soziales Netzwerk für Flüchtlinge

Langenhagen (dl). Die Zahl der Flüchtlinge und Asylbewerber steigt kontinuierlich an auf Grund einer zunehmenden Zahl kriegerischer Auseinandersetzungen weltweit. Das ist natürlich auch in Deutschland und somit eben auch in Langenhagen spürbar. Um diese Menschen gut aufzunehmen und zu betreuen, bedarf es neuer Ideen sowie vor allem einer Koordination aller beteiligten haupt- und ehrenamtlichen Kräfte, um vorhandene Ressourcen zu bündeln. Das war allein schon deshalb notwendig, um zum einen nicht die Kosten aus dem Ruder laufen zu lassen und um andererseits die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter zu stärken und noch besser als bisher mit einzubinden. Ohne sie käme alles zum Erliegen, das ist hinreichend bekannt. Mit diesem Ziel startete deshalb im Rathaus die Einrichtung eines sozialen Netzwerks für Flüchtlinge, zu der etwa 50 Teilnehmer kamen, die sowohl einzeln und privat als auch organisiert in den unterschiedlichsten Einrichtungen bereits aktiv in der Flüchtlingsarbeit tätig sind. „Wir wollen mit dem Netzwerk unsere Sozialberatungsdienste der Stadt mit den ehrenamtlichen Akteuren zusammenbringen, um künftig nicht nur unserem Anspruch, sondern mehr noch den wachsenden Anforderungen bei der Unterbringung und der Betreuung der Flüchtlinge besser gerecht werden zu können. Die meisten der Teilnehmer, die heute hier sind, kennen sich bereits, einige noch nicht, aber alle können sich austauschen und von den Erfahrungen der anderen profitieren“, sagte Heidi von der Ah, Fachbereichsleiterin Jugend, Familie, Soziales. Der Start des sozialen Netzwerks könnte nicht besser sein. Nicht nur, dass die Auftaktveranstaltung schon eine ganze Reihe konkreter Ergebnisse, Wünsche und Anregungen für die weitere Arbeit erbrachte, wenn auch nicht überall schon fertige Strukturen bestehen. Manche müssen erst noch geschaffen werden. Die Netzwerker verfügen aber bereits über geeignete Räumlichkeiten. Ein ehemaliger Friseurladen in der Schützenstraße, von der Stadt zur Verfügung gestellt und direkt neben dem Eingang zum Jugendamt gelegen, wird künftig Koordinationszentrum, Treffpunkt der Mitarbeiter und erste Anlaufstelle für Flüchtlinge sein. Sozusagen ein ebenerdiges und somit „niedrigschwelliges“ Angebot im doppelten Sinn des Wortes, ein wenig losgelöst von der sterilen Atmosphäre einer Behörde. Eine Sitzgruppe, Kaffeemaschine und Schränke werden wir auf jeden Fall haben, so Heidi von der Ah. Was es noch nicht gibt, ist ein Name für den Treffpunkt, der muss erst noch gefunden werden. Dort wird es auch eine Übersicht geben über die verschiedenen Angebote für Flüchtlinge und Asylbewerber. Die Palette der Vorschläge reicht dabei von privaten Sprachkursen, Hilfe und Betreuung im Umgang mit Anträgen und Behörden und hört bei gemeinsamem Kochen oder Singen noch lange nicht auf. Alle Beteiligten des künftigen Netzwerks werden die zusammengefassten Ergebnisse der Auftaktveranstaltung im Ratssaal in den nächsten Tagen erhalten und sie haben sich vorgenommen, die vielbeschworene Willkommenskultur in ihrem neuen Treffpunkt mit ganz neuen Inhalten zu füllen.