Froh über diesen Weg

Wollen sich noch verbessern: Roqaya Al Daydali (links) und Merisa Mulavdic. (Foto: C. Spohn)

Flüchtlingsmädchen erhalten gute Zeugnisse an der IGS

Langenhagen. (ce). Sie kommen aus Syrien und Bosnien-Herzegowina und leben seit etwa zwei Jahren in Deutschland. Vorige Woche bekamen Roqaya Al Saydali (19) aus Syrien und Merisa Mulavdic (16) aus Bosnien-Herzegowina ihre Halbjahreszeugnisse an der IGS Langenhagen – mit beeindruckenden Noten. Damals beherrschten sie nur Englisch und ihre Muttersprache.
Ganz zufrieden sind die Beiden mit ihren Noten nicht: „Ich bin mit meiner Englischnote nicht zufrieden. Und in Politik und Werte und Normen möchte ich mich auch noch verbessern“, so Merisa.
Der Anfang in dem fremden Land war eine Herausforderung. Roqayas Bruder lebt bereits mehrere Jahre in Deutschland. „Meine Eltern wollten, dass ich nach Deutschland gehe. Für mich war der Anfang hier sehr schwer. Ich war noch nie in Europa und habe meine Eltern vermisst“, erzählt die 19-Jährige. Nun ist die junge Frau froh, dass sie diesen Weg gegangen ist. „Auch meine Eltern sind sehr stolz auf mich.“ Zu Beginn besuchte Roqaya eine Sprachlernklasse. Dort stehen neben dem Schwerpunkt Sprache auch andere Fächer wie Mathematik und Sport auf dem Stundenplan.
Merisa Mulavdic kommt aus Bosnien-Herzegowina. Ihre Mutter hat im April 2016 einen Job als Ärztin in Deutschland bekommen. „Meine Schwester, mein Vater und ich sind dann ein paar Monate später nachgekommen.“ In ihrer Heimat ist die 16-Jährige professionell geschwommen. „Ich hoffe, dass ich das hier bald weiter machen kann.“
Inzwischen haben die Beiden ihren erweiterten Sekundaranschluss I gemacht und besuchen gemeinsam die 11 Klasse. „Wir haben die beste Klasse. Inzwischen haben wir viele Freunde gefunden“, sagt Merisa.
Noch zwei Jahre sind es bis zum Abitur: „Da habe ich große Angst vor“, sagt Merisa. Noch bekommen die Mädchen einen Nachteilsausgleich. „Sie dürfen in den Klausuren einen Duden benutzen“, erklärt Regine Klinke, Leitern der Sekundarstufe II. „Wir schleichen das aber langsam aus, denn in der Abiturprüfung darf der Duden nicht mehr genutzt werden.“
Die Mädchen haben große Pläne für die Zukunft. Nach dem Abitur wollen sie Medizin studieren. „Ich habe zwar Sorgen wegen dem Abitur, gebe aber weiterhin mein Bestes. Ich habe schon viel geschafft“, sagt Roqaya.