Frühjahrsputz des Hegerings

Mitglieder des Hegerings beim Aufbau der Benjeshecken.

Neue Hecke bietet Schutz für Kleingetier

Engelbostel. Vorstand und Mitglieder des Hegerings haben sich an der Resser Strasse eingefunden, um gemeinsam in dem Bestand der vom Flughafen gepachteten Flächen den erforderlichen Frühjahrsschnitt vorzunehmen. "Die Flächen haben sich seit der Übernahme durch den Hegering hervorragend entwickelt", sagt der Obmann für Naturschutzangelegenheiten im Hegering Hermann Wilmes. Gemäß den Auflagen der Naturschutzbehörde und den Vorgaben der Stadt Langenhagen, ist die Fläche an der Resser Straße (Ecke Kananoher Straße) in regelmäßigen Abständen zu mähen und die Gehölzer sind mit Pflegeschnitten zu bearbeiten. Unterstützt wurde die Aktion von Landwirt und Hegeringsmitglied Hans Jürgen Hackerott, der mit seinen Trecker den Abschnitt zu einer großen Benjeshecke zusammen geschoben hat. "Diese Maßnahme erfüllte gleich mehrere Aufgaben. Auf der einen Seite wird durch die Anlage dieser Hecken viel für die Kleintierwelt und Insekten getan", erklärt Mike Scheer
Leiter des Hegerings. Gerade in Gebieten extensiver Landwirtschaft fehle es oft an Rückzugsmöglichkeiten für Kleingetier. Scheer ergänzt: "Auf der anderen Seite haben wir die Möglichkeit, auf den Ausgleichflächen vielschichtig zu arbeiten und so auch Anschauungsunterricht zu betreiben." Der nächste Einsatz erfolgt im Herbst.
Benjeshecken oder Totholzhecken sind Hecken, die durch linienhafte, lockere Ablagerungen von hauptsächlich dünnerem Gehölzschnitt, wie Äste und Zweige,
durch Samenanflug oder Initialpflanzungen entstehen. Benjeshecken bieten Vögeln und anderen Tieren Schutz und Nahrung, so dass diese mit ihrem Kot oder ihren
Nahrungsdepots das Aussamen von Gehölzen beschleunigen sollen. Das Prinzip der Benjeshecke besteht darin, Hecken nicht durch Neuanpflanzung, sondern durch
Windanflug und durch Samen aus dem Kot rastender Vögel aufbauen zu lassen. Dazu wird Gehölzschnitt (Äste, Zweige, Reisig) durcheinander, als Haufen oder in Streifen,
als Wall locker gestapelt oder besser einfach abgekippt, was wiederum dem Schutz der heranwachsenden Pflanzen dient. Die Vorteile einer solchen Anlage bestehen zum
einen in ihren günstigen Herstellungskosten, da nicht Pflanzen, sondern Saatgut auf natürliche Weise eingebracht wird und Schnittholz oft als Abfall vorhanden ist. Darüber hinaus bietet das locker gelagerte Totholz unmittelbar Lebensraum für zahlreiche Vogelarten, Kleinsäuger und Insekten.