Fünf-Zentner-Bombe am Flughafen entschärft

Eine weniger in der Flughafenstadt: Thomas Bleicher (rechts) und sein Team haben ganze Arbeit geleistet. (Foto: O. Krebs)

Besondere Herausforderung – Blindgänger lag fünf Meter unter der Erde in fester Tonschicht

Langenhagen (ok). Alles gutgegangen. Ein Blindgänger – eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe mit Front- und Heckaufschlagzünder – ist am Sonntag vom Kampfmittelbeseitigungsdienst auf dem Vorfeld des Flughafens entschärft worden. Schneller als erwartet. Um 13.42 Uhr gaben Thomas Bleicher und sein Team Entwarnung. Der zweite Verdachtspunkt hatte sich als altes Metallrohr herauskristallisiert. Um 9 Uhr morgens hatte der Einsatz am Flughafen begonnen; nicht nur die Terminals, sondern auch zwei Hotels am Airport mussten evakuiert werden. Dort wurde dann auch nichts dem Zufall überlassen; mit Hilfe der Feuerwehr wurde jedes Zimmer einzeln kontrolliert. In der Eishalle Langenhagen hatte die Stadt Langenhagen eine Samelstelle eingerichtet, die etwa 500 Menschen Platz geboten hätte. Doch es kam eine überschaubare Zahl, in den allermeisten Fällen schien die Information der Fluglinien an die Reisenden in Sachen Sperrung geklappt zu haben. Ein Paar beklagte sich allerdings, dass es am Hauptbahnhof Hannover keine Informationen bekommen habe, wie und wo es denn weiterginge. Einige reisten auch gleich nach Hamburg weiter, als sie hörten, dass in Langenhagen im Moment nichts ging. Und als Service brachte die Johanniter Reisende beispielsweise zum Flughafen nach Paderborn. 54 Verbindungen – 28 Abflüge und 26 Ankünfte – mussten gestrichen werden; der finanzielle Schaden des Flughafens beläuft sich auf etwa 150.000 Euro. Im Einsatz waren rund 300 Kräfte von Feuerwehr, Johannitern, Polizei und des Kampfmittelbeseitigungsdienstes."Eine weniger", zeigte sich Bürgermeister Mirko Heuer etwa fünf Stunden nach Beginn der Evakuierung erleichtert. Diesmal sei es mehr ein logistisches Problem gewesen, das es zu lösen galt. Wohnbevölkerung sei ja kaum betroffen gewesen. Thomas Bleicher, Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, machte klar, dass die Lage der "Bombe in einem sehr guten Zustand" eine besondere Herausforderung gewesen sei: fünf Meter unter der Erde in einer sehr festen Tonschicht. Aber auch diese Herausforderung meisterten die erfahrenen Kampfmittelbeseitiger. Um 14.07 Uhr wurde die Sperrung dann aufgehoben, kurz darauf startete schon wieder die erste Maschine.