Für das Wahlrecht der Radler

ADFC-Mitglied setzt Stadtverwaltung unter Druck

Langenhagen (gg). Mit Verpflichtungsanträgen setzt nun ein ADFC-Mitglied die Stadtverwaltung unter Druck. Es geht um die Radwege in Langenhagen, auf denen per entsprechende Schild-Anweisung Radfahrer auf der linken Seite fahren müssen – sozusagen gegen das Rechtsfahrgebot. Für das ADFC-Mitglied, das wegen laufender juristischer Verfahren nicht namentlich genannt werden möchte, ist das ein unhaltbarer Zustand, belegbar mittels Straßenverkehrsordnung. Demnach hätte die Stadtverwaltung bereits vor gut 15 Jahren die Bestimmungen der Radverkehrsnovelle umsetzen müssen.
Es soll ein Wahlrecht auf den Strecken geben, an denen nur an einer Fahrbahnseite ein Radweg vorhanden ist. Radler sollen also wählen können, ob sie auf der rechten Fahrbahn, eingegliedert im Kraftverkehr, radeln wollen oder den einseitigen, linken Radweg nutzen wollen und sich damit auf entgegenkommende Radfahrer einzustellen haben. Das Wahlrecht sei besonders wichtig auf solchen Strecken, an denen der Radweg schmaler gebaut ist, als es die derzeit geltende Vorschrift vorsieht. Beispiele für solche Radwege sind in Langenhagen Strecken an der Theodor-Heuss-Straße, Am Pferdemarkt und weitere. Laut ADFC-Mitglied, selbst vor Jahren bei einem Radunfall von einem Laster an den Beinen überrollt, gibt es eine besondere Gefahrenlage für Radfahrer beispielsweise an Grundstückseinfahrten oder überhaupt Seitenstraßen, wenn sie auf dem linken Radweg unterwegs sind, dazu gebe es belastbare statistische Auswertungen zu Unfallhäufungen.
Klar sei auch, dass Unfallopfern in solchen Fällen Regressansprüche zustehen. Die Stadtverwaltung hätte also als unterer Verkehrsbehörde und damit verantwortlich für rechtswidrig aufgestellte Verkehrsschilder zu zahlen. Da das ADFC-Mitglied bisher außer der Eingangsbestätigung des Antrags vor Monaten keine Stellungnahme der Stadtverwaltung erhalten hat und keinerlei Änderungen der Radwege-Beschilderung vorgenommen wurde, soll nun in den nächsten Tagen Klage gegen die Stadtverwaltung eingereicht werden. Auf Nachfrage der ECHO-Redaktion zur Sachlage vor vier Wochen gab es bis Redaktionsschluss seitens der Stadtverwaltung keine Auskunft.