"Für Flüchtlinge ungeeignet"

CDU-Fraktion informiert zur Boelcke Kaserne

Langenhagen. In der Vergangenheit wurde die frühere Boelcke Kaserne als Unterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber benannt. Ein Gespräch des CDU-Fraktionsvorstandes mit dem zuständigen Referat im Niedersächsischen Justizministerium endete mit der Einsicht, dass dieses Gebäude nicht geeignet ist.
Bernhard Döhner, Fraktionsvorsitzender, erklärt: "Die Gründe sind vielfältig. So ist die unmittelbare Nähe zu den noch betriebenen zwei Anstaltsgebäuden für beide Seiten psychologisch äußerst schwierig. Es würden Menschen aufeinandertreffen, von denen der eine Teil inhaftiert ist, um in eine ungewisse Zukunft abgeschoben zu werden und der andere Teil in aller Freiheit darauf hofft, sich eine neue Zukunft aufbauen zu können. Die räumliche Nähe der Gebäude würde zu Sicht- und Sprechkontakten führen, deren Auswirkungen vom Ministerium als bedenklich und nicht abschätzbar bezeichnet werden. Landsleute in Freiheit in unmittelbarer Nachbarschaft zu haben und selbst vor der Abschiebung und damit einer ungewissen Zukunft zu stehen, kann die Atmosphäre in der Anstalt massiv belasten und die Arbeit der Justizvollzugsbeamten und Psychologen unangemessen erschweren. Auch für die Situation für Flüchtlinge und Asylbewerber wäre diese Konstellation nicht förderlich, da ihnen ständig vor Augen steht, was eventuell auf sie auch zukommen könnte."
Neben diesen an der Menschwürde der Flüchtlinge und Asylbewerber sowie der Abschiebungshäftlinge orientierten Überlegungen sei auch der immense finanzielle Aufwand für die Umgestaltung des Gebäudes zu berücksichtigen. Die für den Rückbau des Gefängnischarakters und die Umsetzung eines Sicherungszaunes erforderlichen Mittel sollten besser dafür genutzt werden, effektive, nachhaltige und sozialverträgliche Lösungen zur Unterbringung der Menschen, die zum Teil durch die Flucht traumatisiert sind, zu ermöglichen.