Für mehr Lohngerechtigkeit

Friederike Kämpfe (von links), Wilhelm Lindenberg, Caren Marks und Ulf-Birger Franz werben für die Bedeutung des Equal-Pay-Day.

"Equal Pay Day"-Bahn fährt in Hannover

Langenhagen. Am Sonnabend, 18. März, ist "Equal Pay Day", der Tag der geschlechtergerechten Bezahlung. Er weist auf die Gehaltslücke zwischen Frauen und Männern hin, die nach Angabe der Organisatoren noch immer bei mehr als 21 Prozent liegt. „Frauen müssen über den Jahreswechsel hinaus bis zu diesem Termin arbeiten, um das gleiche Einkommen erwirtschaftet zu haben, wie Männer“, erläutert die SPD-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfrauenministerium Caren Marks. Sie stellte gemeinsam mit dem üstra-Aufsichtsratsvorsitzenden und Wirtschaftsdezernenten der Region Hannover, Ulf-Birger Franz, Wilhelm Lindenberg vom üstra-Vorstand und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Hannover, Friederike Kämpfe, die EqualPayDay-Bahn der üstra vor, die über mehrere Wochen öffentlichkeitswirksam durch Hannover fährt. „Die Herstellung von Lohngerechtigkeit ist auch ein politischer Auftrag“, erklärt Caren Marks. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend habe daher den Gesetzesentwurf zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen vorgelegt. Das Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“ wird danach festgeschrieben und verankert. In Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten entsteht ein individueller Auskunftsanspruch über die Gehaltsstruktur. Das betrifft circa 14 Millionen Beschäftigte. Darüber hinaus entsteht eine Berichtspflicht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit für Arbeitgeber mit mehr als 500 Beschäftigten. Darüber hinaus werden Arbeitgeber mit mehr als 500 Beschäftigten aufgefordert, Prüfverfahren hinsichtlich der Entgeltstrukturen durchzuführen. „Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass eine gesetzliche Regelung notwendig ist“, betont Caren Marks. Weitere Bausteine zum Bekämpfen der Lohnlücke sind die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Einführung des Mindestlohns, das Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit, das Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen oder die Aufwertung sozialer Berufe.
Die Langenhagener Gleichstellungsbeauftragte Christina Mundlos fährt am 18. März mit der Equal-Pay-Day-Straßenbahn, Linie 10, zwischen Aegidientorplatz und Goetheplatz: Von 11 bis 13 Uhr steht sie in dieser Straßenbahn für Fragen zur Verfügung. Mitfahrer brauchen in dieser Zeit kein Ticket.
Zum "Equal Pay Day" äußert sich auch die Langenhagenerin Gesine Saft, CDA-Vorsitzende Kreisverband Hannover-Land: "Wir wollen, dass irgendwann am 1. Januar Equal Pay Day ist – und Männer und Frauen endlich gleich entlohnt werden. Wir fordern gleichen Lohn für gleiche Arbeit, die Aufwertung von frauentypischen Berufen und gerechte Aufstiegschancen für Frauen." Wichtiges Werkzeug dabei sei das Entgelttransparenzgesetz, für das sich die CDA einsetzt, damit Frauen bei Lohnverhandlungen stärker auftreten können. Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) ist der Sozialflügel der CDU. Ihre Mitglieder engagieren sich vor allem auf Feldern der Sozialpolitik wie Arbeitsmarkt, Rente, Pflege und Gesundheit.