„Fusion ist überhaupt kein Thema“

Fordern Chancengleichheit (von links): Matthias Nowack, Pflegedienstleisterin Birgit Krukemeier, Caren Marks, Carola Reimann, ärztlicher Direktor Stefan Mohr und Betriebsratsvorsitzender Uwe Kotmann.Foto: O. Krebs

Aber: Psychiatrien in Langenhagen und Wunstorf rücken enger zusammen

Langenhagen (ok). Verteilungsgerechtigkeit – nach Ansicht von Matthias Nowack, kaufmännischer Direktor am Klinikum, ist die nicht gegeben, es bestehe ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Im Klartext: In Rheinland-Pfalz könne für die gleiche Leistung mehr erlöst werden als in Niedersachsen. Nowack: „Die wettbewerblichen Chancen sind nicht gerecht.“ Qualitätsindikatoren müssten her, etwa Wiedereinweisungsquoten, Patientenzufriedenheit sowie niedrigschwellige Angebote. Auch für die Bundestagsabgeordnete Caren Marks und ihre Kollegin Carola Reimann aus Braunschweig steht die Qualität an erster Stelle; die medizinische beste Versorgung dürfe nicht auf dem Rücken des medizinischen Fach- und Pflegepersonals ausgetragen werden, Gesundheit ist für sie eine Frage der Daseinsfürsorge. Das habe nicht nur etwas mit Bezahlung, sondern auch mit Wertschätzung zu tun. Die Versorgung müsse sektorenübergreifend angegangen werden, Ambulanz müsse ausgebaut werden. Investitionen seien dringend erforderlich – im Gegensatz zu Deutschland sei Bauen in Skandinavien lediglich auf 25 Jahre ausgelegt, in Deutschland sogar teilweise auf 120 Jahre.
Aber die Frage die Finanzierung stehe eben ganz oben, an Strukturen müsse gefeilt werden. So werden die beiden Standorte der KRH Psychiatrie in Langenhagen und Wunstorf in Zukunft noch enger zusammenarbeiten, von Fusion könne aber überhaupt keine Rede sein, so Geschäftsführer Norbert Ohnesorg. Vielmehr sollten Synergieeffekte geschaffen werden; die beiden Häuser sollen sich gegenseitig „befruchten“, und es soll gegenseitig über den Tellerrand geschaut werden.