Fußball als soziales Handlungsfeld

Wer trainiert wen? Die Grundschüler der Friedrich-Ebert-Schule waren mit Spaß beim Training durch IGS-Schüler unter Anleitung von Petra Goltermann (links) und Ansgar Pietschmann (vorne rechts) dabei. Foto: G. Gosewisch

Projekt ermöglicht IGS-Schülern Trainer- und Schiedsrichter-Lizenz

Langenhagen (gg). Den Spaß und die Begeisterung für Fußball unter Jugendlichen nutzt das Projekt „Fußball als soziales Handlungsfeld“. Fußball kann schnell Erfolgserlebnisse hervorrufen, Teamfähigkeit schulen, soziales Handeln erproben und Selbstvertrauen erzeugen. Gründe genug für Petra Goltermann, Fachbereichsleiterin Sport an der IGS Langenhagen, ein entsprechendes Projekt für die neunten Klassen der Schule über eine Wahlpflicht-Arbeitsgemeinschaft anzubieten. Mithilfe von Fördergeldern des Landessportbundes und in Zusammenarbeit mit dem Sportpädagogen Ansgar Pietschmann wird das Projekt, das eine Ausbildung der Schüler zum DFB-Trainer C für Breitenfußball und die Jung-Schiedsrichterausbildung beinhaltet, realisiert. Entsprechende Lizenzen können erworben werden.
„Wir merken ganz deutlich, wie die Schülerinnen und Schüler mit ihren Aufgaben wachsen“, erklärt Petra Goltermann. „Es entsteht ein gesundes Selbstvertrauen, das sich allgemein positiv auf die Lernmotivation auswirkt.“
Über zwei Jahre werden die Schüler von Ansgar Pietschman an vier Stunden pro Woche gefordert: „Sie schlüpfen in die Rolle eines Trainers, der seiner Gruppe Anweisungen gibt. Das kennen sie aus der Schule bisher nur andersherum, da machen Lehrer Vorgaben. Der Perspektivwechsel ist heilsam für die allgemeine Aufmerksamkeit.“ Beispielhaft ist die Zusammenarbeit mit dem zweiten Jahrgang der Friedrich-Ebert-Schule. Respekt hatten die IGS-Schüler vor der Aufgabe, die „Kleinen“ in einer Bambini-Spielstunde zu trainieren. „Andere zu motivieren ist kein Selbstläufer, das ist manchmal ganz schön schwer“, erklärt Ansgar Pietschmann. In seinem Konzept geht es um die Stärkung der sozialen Kompetenz, alters- und herkunftsübergreifend. In Kooperation mit dem SC Langenhagen wird ein sechswöchiges Vereinspraktikum durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler bekommen außerdem die Möglichkeit, im hauptberuflichen Trainerstab von Hannover 96 zu hospitieren – die Verknüpfung von Schule und Arbeitswelt gelingt so auf verschiedenen Ebenen.
„Fußball als soziales Handlungsfeld“ ist ein Projekt in Kooperation mit dem Niedersächsischen Fußballbund; es wird vom niedersächsischen Kultusministerium befürwortet. Auf Initiative von Ansgar Pietschmann belegen etwa 160 Schülerinnen und Schüler in der Region Hannover, in den Landkreisen Peine und Northeim diesen Wahlpflichtkurs.