Gala am Gymnasium zum 50-Jährigen

Frauke Heiligenstadt lobte beim Festakt zum 50-jährigen Bestehens in der Aula die moderne Ausrichtung des Gymnasiums. (Foto: G. Gosewisch)
 
Feines Schauspiel der Schülerinnen bot fabelhafte Unterhaltung. (Foto: G. Gosewisch)

Ministerin Frauke Heiligenstadt zu Gast

Langenhagen (gg). Flott und jugendlich und dennoch im klassischen Rahmen mit Musik und Reden war der Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Gymnasiums gegossen. Ein Zeichen der Würdigung setzte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt mit ihrem Besuch in der Aula.
Neben ihren Grußworten betonte die Ministerin die Chancen, die sich aus ihrer Politik entwickeln. Die Umstellung des Abiturs von Jahrgang 12 auf Jahrgang 13 biete gute Perspektiven. Die Wandlung werde mit hohem Aufwand verbunden sein, der aber als positive Herausforderung zu verstehen sei. „Die Schule ist ein Lebensraum geworden“, sagte Frauke Heiligenstadt und lobte die moderne Ausrichtung am Langenhagener Gymnasium. Beachtlich sei der Leistungsanspruch und die Leistungsfähigkeit an dieser Schule. Dass hiesige Gymnasiasten in den vergangenen Jahren bereits zwei Mal am Robo-Cup (Wettbewerb für Programmierer) auf Weltmeisterschaftsniveau teilgenommen haben, sei ebenso Beleg dafür wie die Auszeichnung „Schülerfriedenspreis 2016“. Als „persönliches Anliegen“ beschrieb die Ministerin diesen Preis, ausgelobt vom Niedersächsischen Kultusministerium für Leistungen, die das Zusammenleben mit Fremden fördern, Völkerverständigung verbessert, Gewalt vorbeugt und Vorurteile abbaut. Das Lob der Ministerin spiegelte sich in der Ankündigung von Schulleiter Matthias Brautlecht: „Wir sehen hier, wie bunt und vielfältig sich eine Schule zeigen kann. Das ist uns wichtig.“ Beste Chancen für alle Schüler sollen geschaffen werden – die Basis für Lebenswege. Denselben reflektierten ehemalige Schüler gern, darunter Andreas Blasche-Hesse, Dezernatsleiter in der Niedersächsischen Landesschulbehörde. Er grüßte ebenso gerne wie Bürgermeister Mirko Heuer, der zudem sogar private Einblicke gewährte und Fotos aus seiner Schulzeit zeigte. „Ich habe damals nicht geahnt (Abitur im Jahr 1985), dass ich nun wieder und enger denn je mit der Schule verbunden bin“, sagte er scherzhaft mit Blick auf die anstehenden großen Pläne zum Neubau. Matthias Brautlecht versah er mit dem Adjektiv nervig. Mirko Heuer betonte: „Im positiven Sinn. Er spricht mir aus dem Herzen, wenn er für die Schule kämpft“. Ganz und gar nicht kämpferisch, sondern leicht und mit gelungenem Swing spielten die Schüler eine ganz andere Klaviatur. Die Big Band "Port O´Call" unter der Leitung von Joachim Krause lieferte tolle Musik. Der Chor brachte nicht nur schöne Stimmen zu Gehör, sondern zeigte Entertainer-Qualität. Und Oberstufenschüler verknüpften Gesang und Theater mit sympathischem Augenzwinkern.

Lehrer machen Dampf, Schüler einen Schritt voraus

Dynamisch und modern ist das Auftreten des Schulleiters, ansteckend freundlich und damit formgebend. Er setzt Akzente, begrüßte beispielsweise alle Festakt-Gäste persönlich mit Handschlag am Eingang mit einem herzlichen Willkommen. Sein Kollegium tut es ihm nach, wagte einen Bühnenauftritt – eine Persiflage auf den nahenden Schulgebäude-Abriss, frei gedichtet von den Lehrern Denis Stehr und Silke Kaune in Anlehnung an den bekannten Song „Alles neu“ von Peter Fox. „Alles, was wir sonst nicht wagen würden zu sagen, haben wir hier reingepackt“, sagte Silke Kaune, und dann erklangen Reime wie „Das wird ein Prachtbau, aller feinste Architektur. Und vom Dach schaut eine Eulenfigur. Schüler und Lehrer tanzen im Flur. Keine Außenstelle, kein Container bis zum Abitur.“ Das Publikum, darunter viele ehemalige Lehrer und Schüler, ging mit, belohnte den peppigen Auftritt mit Jubel und großem Applaus. Während den Lehrern auf der Bühne die natürliche Portion Lampenfieber anzusehen war, spielten die Schüler in ihren Auftritten ihre Leichtfertigkeit aus. Neben anderen lieferten beispielsweise die neuen Big-Band-Formationen „Port O´Call“ und „Christopher Columbus“ einfach mal flotten Swing, perfekt arrangiert. Als Vertreter des Schülerrates fanden Lorin Yousif und Diyar Enez die passenden Worte – einfach mal schnell gesagt, was wichtig ist. Um Lebenserfahrung reicher und etwas gebremster wirkte dagegen der Auftritt der ehemaligen Schulleiter des Gymnasiums. Von Beginn an, 28 Jahre lang, leitete Hans-Hermann Kammel die Schule, im Jahr 1994 übernahm Gerhard Menke. Ihm folgte im Jahr 2004 Irene Kretschmer. Matthias Brautlecht erfuhr, nach eigenem Bekunden, erst 48 Stunden nach Abgabe seiner Bewerbung um die Position des Schulleiters im Jahr 2015 von dem notwendigen Gebäudeabriss wegen Brandschutzmangel. „Ich nehme es als einzigartige Chance an“, sagte und erhielt anerkennendes Nicken des Bürgermeisters Mirko Heuer in der Zuschauerreihe, denn „Wann hat man schon mal Gelegenheit, eine Schule ganz neu zu bauen und mit pädagogischem Konzept auszustatten?“
„Woran erinnern wir uns, wenn wir an die Schulzeit zurückdenken?“, fragte Mirko Heuer das Publikum rhetorisch, denn Konsens bestand ohnehin im geistigen Anspruch. So seien es die Geschichten von Mitschülern und Lehrern, Anekdoten aus dem Unterricht, kleine und große Siege oder Niederlagen in zig Texten und Prüfungen, die der Schulzeit im Rückblick ihre Wirkung verleihen – das Schulgebäude sei da Nebensache. „Erinnerungsstücke zu bewahren ist wichtig“, sagte Mirko Heuer. So habe er, studierter Elektrotechniker, heute noch Freude hat Baukästen, die eigentlich in die Welt der Schule gehören. Einen solchen überreichte er an Mathe-Lehrer Thorsten Behrens, der die Robo-Cup-AG betreut, als Geschenk mit Gruß an die erfolgreichen Programmierer.
Als Vorsitzender des Fördervereins der Schule legte Marco Zacharias den Anwesenden die Vereinsmitgliedschaft nahe; Kontakt foerderverein@gymnasium-langenhagen.de.
Seitens des Schulleternrates warben Natascha Stumm und Doris Ritter für weiterhin gute Zusammenarbeit.