Gebäude für 3.000 Schüler aufgeteilt

Eine Entscheidung zum größten, in Langenhagen je umgesetzten Bauprojekt, gab es in der Sitzung (Bildungs- und Stadtplanungsausschuss) unter der Leitung von Anja Sander (von links) und Bernhard Döhner. Stadtbaurat Carsten Hettwer und Bürgermeister Mirko Heuer kommten viele offene Fragen beantworten. (Foto: G. Gosewisch)

SPD und Grüne legten große Sorgfalt in Schulbau-Entscheidung

Langenhagen (gg). Ihr wurde Verzögerungstaktik vorgeworfen, gar ein „Kneifen vor einer großen Entscheidung“ stand im Raum. Nun hat die so gescholtene SPD ihre Kritiker an die Wand gespielt, hat die große Entscheidung zum neuen Schulstandort demokratisch getroffen.
Zum Hintergrund: Schnellstens muss Ersatz für das Schulgebäude an der Konrad-Adenauer-Straße geschaffen werden, weil es wegen brandschutztechnischer Mängel nicht mehr nutzbar ist.
Gebaut werden muss für das Gymnasium und die IGS. Die Schulen würden an einem Standort rund 3.500 Personen (Schüler, Lehrer, Bedienstete) aufeinanderballen. Bau-Experten legten im Juni drei denkbare Neubau-Standorte auf den Tisch: im Bestand an der Konrad-Adenauer-Straße, Grundstück an der Leibnizstraße mit SCL-Sportplatz-Nutzung oder Umwandlung des südlichen Parkplatzes an der Bult.
Jeder der Standorte hat demnach Vor- und Nachteile (Verkehrsanbindung, Naturschutz, Bauzeit), doch beim Bult-Grundstück sahen die Experten die wenigsten Nachteile. Dem Votum einfach so folgen, wollten SPD und Grüne nicht, vermuteten gar, dass die Experten nur das stützen, was die Stadtverwaltung favorisiert (Bult-Standort), so jedenfalls der Vorwurf von Ratsherr Dirk Musfeldt (Grüne) vor einigen Wochen.
Aus Gründen der Ressourcenschonung argumentierten die Grünen fortan für den Standort Leibnizstraße, die SPD sträubte sich gegen den Bult-Standort, weil der Grundstückserwerb noch völlig offen sei und zu Zeitverzug führen könne. CDU, BBL und unabhängige Ratsmitglieder zeigten die Vorteile des Bult-Standorts auf. „Wie können Sie dagegen sein, wenn die Experten, die Schulleiter, die Lehrer, die Schüler, die Eltern und überhaupt alle anderen dafür sind?“, fragte Ratsfrau Elvira Drescher (unabhängig) die SPD. Die Fronten schienen verhärtet, jedes Argument war vielfach wiederholt worden, man zog sich auf seinen Standpunkt zwecks Verteidigung desselben zurück. Doch dann kam die Wendung, flott und bürgernah. Flankiert von zahlreichen Wortmeldungen in der Einwohnerfragestunde, von Bitten und Drängen, endlich den nächsten Schritt zur Abhilfe der unhaltbaren Zustände im laufenden Schulbetrieb zu setzen, flankiert sicherlich auch von Schüleraktionen wie dem Protest-Flashmob am Mittwoch oder von den moralischen Appellen der Schulleiter, den Rahmen für pädagogische Qualität zu schaffen, lenkte die SPD-Fraktion ein. Nur gehofft hatte das die CDU-Fraktion, hatte ein Kompromisspapier vorbereitet, in dem zumindest die per Ratsbeschluss geltende Zusammenballung an der Konrad-Adenauer-Straße aufgehoben wird. Doch es kam zum großen Zeichen. SPD-Ratsherr Marc Köhler sagte: „Für uns ist es oberste Priorität und den Schulleitungen versprochen worden, dass jetzt eine Entscheidung getroffen wird. Da wir mit unserem Antrag nicht durchdringen, werden wir uns bei der Abstimmung zum Verwaltungsvorschlag (Standort Bult) enthalten.“ So machte die SPD den Weg frei für den Neubau des Gymnasiums, abgekoppelt vom bisherigen Schulzentrum, denn mit den Stimmen von CDU, BBL und Unabhängige gab es eine Mehrheit. Viel Lob gab es für die Entscheidung der SPD, Schulleiter Matthias Brautlecht (Gymnasium) bedankte sich ausdrücklich. SPD-Ratsherr Marco Brunotte betonte im Gespräch mit dem ECHO, dass die demokratische Entscheidungsfindung innerhalb der SPD wichtig gewesen sei. Klar positioniert habe sich beispielsweise Wolfgang Kuschel (früherer IGS-Schulleiter und SPD-Ratsherr ab November) für den Standort Bult. Die Grünen stimmten dagegen. Der von ihnen favorisierte Standort Leibnizstraße wird vorgeplant für den Fall, dass es am Standort Bult wegen unvorhergesehener Probleme nicht weitergeht.