Gedenken am Mahnmal

Marco Brunotte engagiert sich seit Jahren im Aktionsbündnis „Langenhagener gegen Rechte Gewalt“, hier bei der Gedenkveranstaltung am Mahnmal an der Hackethalstraße. (Foto: T. Rademacher)

71. Jahrestag der Zerstörung des Frauen-KZ

Langenhagen. Das Aktionsbündnis „Langenhagener gegen Rechte Gewalt“ hat zum 71. Jahrestag der Zerstörung des Frauen-Konzentrationslagers Langenhagen eine Gedenkveranstaltung organisiert. Mit dem hannoverschen Bürgermeister Thomas Hermann und Renate Friedrich-Werner, stellvertretende Bürgermeister der Stadt Langenhagen, gedachten mehr als 30 Bürger aus Hannover und Langenhagen am Mahnmal des Konzentrationslagers den Opfern des Nationalsozialismus und speziell der Frauen aus dem KZ Langenhagen an der Hackethalstraße. Der Chor des DGB Hannover gab der Veranstaltung unter Leitung von Christian Zündel einen musikalischen Rahmen.
„Es ist eine historische Verpflichtung aus der Langenhagener Stadtgeschichte, dem hier geschehenen Unrecht zu gedenken“, sagte Marco Brunotte vom Aktionsbündnisses „Langenhagener gegen Rechte Gewalt“ zur Begrüßung, „das Schicksal der Frauen ist eine Verpflichtung für Gegenwart und Zukunft.“ Seit Einweihung des Mahnmals am 8. Mai 2003 organisiert das Aktionsbündnis eine jährliche Gedenkveranstaltung.
Im Oktober 1944 wurde das KZ im Gewerbegebiet „Brinker Hafen“ an der Hackethalstrasse errichtet. 500 polnische Zwangsarbeiterinnen, die während des Warschauer Aufstands interniert wurden, mussten hier für die Brinker Eisenwerke in der Rüstungsproduktion arbeiten. Das damals auf Langenhagener Stadtgebiet gelegene Konzentrationslager wurde am 6. Januar 1945 durch einen alliierten Bombenangriff zerstört und danach von den Nazis geräumt. Das Lager war zerstört, doch das Leiden der Frauen ging in anderen Lagern in Hannover weiter.
Thomas Hermann machte deutlich: „Mit Blick auf die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte müssen wir in der Gegenwart handeln. Deshalb müssen wir uns aktiv gegen Rechte Gewalt und Antisemitismus stellen.“ Hierzu seien alle gesellschaftlichen Kräfte gefordert. Die Gesellschaft müsse immer wieder wachsam sein.
„Frieden ist ein hohes Gut“, erinnerte Renate Friedrich-Werner mit Blick auf die aktuelle politische Situation in der Welt und bedankte sich beim Aktionsbündnis „Langenhagener gegen Rechte Gewalt“ für die jährliche Organisation der Gedenkveranstaltung. Gemeinsam legten Thomas Herrmann und Renate Friedrich-Werner mit den Anwesenden zum Gedenken Blumen am Mahnmal nieder.