Gedenken am Mahnmal

Mithilfe des DGB-Chores gestaltete das Aktionsbündnis eine Gedenkveranstaltung am Mahnmal an der Hackethalstraße.

72. Jahrestag der KZ-Zerstörung

Langenhagen. Das Aktionsbündnis „Langenhagener gegen Rechte Gewalt“ hat zum 72. Jahrestag der Zerstörung des Frauen-Konzentrationslagers an der Hackethalstraße in Hannover eine Gedenkveranstaltung organisiert. Bei eisigen Temperaturen unter Null Grad gedachten mehr als 30 Bürger aus Hannover und Langenhagen am Mahnmal des Konzentrationslagers den Opfern des Nationalsozialismus und speziell der Frauen aus dem KZ Langenhagen.
Der hannoversche Bürgermeister Thomas Hermann und Willi Minne, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Langenhagen, repräsentierten ihre Städte und bekannten sich zur historischen Verantwortung. Der Chor des DGB Hannover gab der Veranstaltung unter Leitung von Christian Zündel mit Liedern der Arbeiterbewegung einen musikalischen Rahmen.
„Es ist eine historische Verpflichtung aus der Langenhagener Stadtgeschichte, dem hier geschehenen Unrecht zu gedenken“, sagte Marco Brunotte vom Aktionsbündnis „Langenhagener gegen Rechte Gewalt“ zur Begrüßung, „das Schicksal der Frauen ist eine Verpflichtung für Gegenwart und Zukunft.“ Seit Einweihung des Mahnmals am 8. Mai 2003 organisiert das Aktionsbündnis die jährliche Gedenkveranstaltung.
Im Oktober 1944 wurde das KZ im Gewerbegebiet „Brinker Hafen“ an der Hackethalstraße errichtet. 500 Zwangsarbeiterinnen, die während des Warschauer Aufstands interniert wurden, mussten hier für die Brinker Eisenwerke in der Rüstungsproduktion arbeiten. Die Zwangsarbeiterinnen kamen überwiegend aus Polen und Russland. Unter ihnen befanden sich aber auch lettische, litauische und politische Häftlinge. Das damals auf Langenhagener Stadtgebiet gelegene Konzentrationslager wurde am 6. Januar 1945 durch einen alliierten Bombenangriff zerstört und danach von den Nazis geräumt. Das Lager war zerstört, doch das Leiden der Frauen ging in anderen Lagern in Hannover weiter.
Thomas Hermann machte deutlich: „Mit Blick auf die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte müssen wir in der Gegenwart handeln. Deshalb müssen wir uns aktiv gegen Rechte Gewalt und Antisemitismus stellen.“ Hierzu seien alle gesellschaftlichen Kräfte gefordert. Die Gesellschaft müsse immer wieder wachsam sein. Diese Verpflichtung gelte auch in der Gegenwart für das Engagement für Frieden und Völkerverständigung.
Willi Minne erinnerte am Mahnmal zum Frauen-Konzentrationslager am Brinker Hafen auch an die Gedenkstelle zum Wöchnerinnenlager in Godshorn, wo 293 Kleinkinder und Säuglinge auf qualvolle Weise umgekommen waren. „Die Spuren von Nationalsozialismus und Unrecht in unserer Stadt sind uns eine Mahnung für unser Handeln,“ sagte Willi Minne. Gemeinsam legten Thomas Hermann und Willi Minne mit den Anwesenden zum Gedenken Blumen am Mahnmal nieder, während der DGB-Chor ein weiteres Lied erklingen lies.