„Gefahren werden nicht erkannt und verbessert“

Reinhard Spörer schwebt eine Fahrradtrasse in Engelbostel vor. (Foto: O. Krebs)

ADFC plant ein Netz an Fahrradtrassen für die Flughafenstadt

Langenhagen (ok). Eine Fahrradtrasse von Schwarmstedt bis in die Innenstadt von Hannover – eine Wunschvorstellung von Reinhard Spörer, Sprecher der ADFC-Ortgruppe Langenhagen – ADFC steht für Allgemeiner Deutscher Fahrradclub. Und das Kind hat schon einen Namen, soll FT 1 für Fahrradtrasse heißen und beginnt in Langenhagen ganz im Westen in Engelbostel, führt nach Norden bis nach Resse über die Heidestraße. Sie soll die vielbefahrene Resser Straße/L 382 umgehen. Geschätzte Kosten: 5.000 Euro; die Stadt Langenhagen will nach seiner Aussage die Schilder bezahlen. Die Fahrradstreifen auf dem Anfang der Resser Straße sind für ihn eine lebensgefährliche Insellösung. Der ADFC plane alltagstaugliche Radwege, die Stadt denkt Spörer oft nicht ganzheitlich genug, das Netz von Fahrradtrassen ließe sich beliebig verlängern. So findet der pensionierte Professor für Maschinenbau es auch sehr fahrlässig, dass die Stadt nach einem tödlichen Unfall eines 76-Jährigen Fahrradfahrers mit einem Lastwagen an der Hanseatenstraße nicht reagiert habe. Im Gegenteil: Der Pferdemarkt werde noch ausgebaut, an der Hanseatenstraße beispielsweise keine Blinkampeln installiert. Spörer: „Bekannte Gefahren werden nicht mit Taten verbessert.“ Was ihm auch sauer aufstößt: Druckknopf an der neuen Fahrradstraße Karl-Kellner-Straße/Ecke Am Pferdemarkt ist schon seit einem Monat defekt, und nichts passiere. „Zwei Drittel der Radfahrer sterben nach Unfällen mit Radfahrern und zwei Drittel sind älter als 60 Jahre“, zählt Spörer die Gefahrenpotenziale auf. Der ADFC versteht sich als Verein für unter Sieben- und über 70-Jährige. Überhaupt stört es ihn, dass Langenhagen nur eine Fahrradstraße habe, die Nachbarstadt Garbsen im Vergleich dazu vier. Hindenburg- oder Allerstraße wären für ihn weitere Alternativen. Unter den 100 Mitgliedern der Ortsgruppe läuft gerade eine Umfrage zu Verkehrssicherheit , Fahrradbügeln, Fahrradabstellanlagen und weiteren Themen. „Aber grundsättzlich kann sich natürlich jeder an unseren Diskussionen beteiligen“, sagt Reinhard Spörer. Die Adresse: langenhagen@adfc-hannover.de. Sicher fahren und abstellen heißt für ihn Fahrradfahren. Fahrradabstellanlagen kann er sich in Langenhagen-Mitte oder auch im Stadtzentrum vorstellen. Für den Donnerstag,11. Mai, plant Spörer eine Fahrt ins westfälische Detmold mit Interessierten, um sich solch eine Anlage vorstellen zu lassen. „400 Stellplätze für 70.000 Einwohner“, nennt Spörer eine beachtliche Zahl, die er sich aber auch für Langenhagen vorstellen kann.