Geformter Klangkörper begeisterte

„Eternal Flames“ sangen in Mellendort

Langenhagen. Fast alle Sängerinnen und Sänger von Eternal Flames, eine Langenhagener Formation, sind Schüler von Chorleiter Ted Adkins, eines ausgebildeten Opernsängers. Doch wer am Sonntag Nachmittag Arien und klassische Chormusik erwartete, wurde eines Besseren belehrt: Gospelklassiker, Popsongs, Medleys aus Musicals oder auch für Chor arrangierte Filmmusik bestimmten die Hausordnung der St.-Georg-Kirche in Mellendorf. Und das anderthalb Stunden lang.
Eternal Flames ließen denn auch hören, dass opernerprobte Stimmtechnik und populäre Musik unbedingt zusammen gehören. In den USA, der Heimat von Ted Adkins, ist solch ein Crossing-Over seit eh und je üblich. Offenbar viel von dieser amerikanischen Erfahrung ist nötig, um einen Klangkörper wie Eternal Flames zu formen.
Den professionellen Schliff erhielt Chorleiter Adkins bei Opernstars wie Nicola Rossi-Lemeni und Virginia Zeani. Beide waren in Covent Garden, in der Scala und anderen großen Häusern der Welt aufgetreten. Auch ihr Schüler Ted Adkins ging zunächst in das Belcanto-Fach, sang in Gounods Faust, im Fidelio und im Figaro.
So schnell wie manche Opern-Koloratur schienen am Sonntag die Zungenbrecher und gesprochenen Passagen in einigen Stücken daher zu kommen. So etwa in „Rhythm’ of Life“ und „Aladdin“. Sie forderten den Sängern von Eternal Flames fast schon akrobatisches Können ab.
Die Solo-Auftritte Einzelner ließen erkennen: Eternal Flames scheint auch eine Talentschmiede zu sein. Im Konzert brillierten Christine Höcklin mit einem Broadway-Song; sowie Laura Beuschel und Annika Großer mit „Tell him“. Letzteres lud zum Dahinschmelzen ein. Es gab stehenden Applaus. Und mancher Zuhörer verließ die St-Godehard-Kirche am Ende mit gefüllten Augen.