Gegen das Vergessen
Eindringliche Erinnerungstage im Schulzentrum
Langenhagen (he). Sophie Scholl. Die weiße Rose. Das Mädchenorchester von Auschwitz. Adolf Eichmann. Shoa. Bergen Belsen. Welche Bedeutung haben Namen und Begriffe wie diese heute, 66 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, noch für uns? Sind sie im Begriff, zu kollektiven Floskeln zu verkommen, oder lösen sie immer noch Assoziationen, Erinnerungen, Reaktionen und echte Auseinandersetzung aus, die unser unser heutiges Leben und Handeln bestimmen?
Mit der gemeinsamen Veranstaltungsreihe „Gegen das Vergessen“ stellen die IGS Langenhagen, das Theater Löwenherz und die Volkshochschule rund um den 9. November diese Fragen in den Mittelpunkt von Theateraufführungen, Lesungen und Diskussionen. „Nur aus einer lebendigen Erinnerung heraus ist es möglich, Konsequenzen für Gegenwart und Zukunft zu ziehen“, sagt Hendrik Becker vom Theater Löwenherz.
Bereits am gestrigen Freitag hat die Premiere des Stückes „Auf dem Hügel unter dem Maulbeerbaum“ stattgefunden. Das „Erinnerungsspiel“ frei nach dem gleichnamigen Roman von Gila Alamagor spielt im israelischen Kinderdorf Udim im Jahr 1952. Waisenkinder, Überlebende der Shoa leben hier – nach dem physischen Überleben der NS-Zeit und der Flucht nach Israel kämpfen sie um ihr seelisches Überleben an einem neuen Ort, in einer neuen Zeit. Die Produktion einer Theater-AG der IGS in Zusammenarbeit mit dem Theater Löwenherz wird noch zweimal gezeigt: am Dienstag, 8. November, ab 10 Uhr und am Donnerstag, 10. November, ab 19 Uhr in der Aula des Schulzentrums.
Ein weiteres eindringliches Theaterstück, das die Frage nach Schuld, Verantwortung und Mitläufertum thematisiert, ist am Dienstag, 8. November, 19 Uhr, und am Donnerstag, 10. November, ab 10 Uhr in der Aula des Schulzentrums zu sehen: „Sophie & ich“, gespielt von Paula Stöckmann und Nicola Behrens, ist die fiktive Begegnung von Hitlers Sekretätin Traudl Junge und Sophie Scholl. „In diesen Zeiten musst du dich entscheiden“, sagt Sophie Scholl darin. „Es gibt nichts Unpolitisches, es gibt nur ein Entweder – Oder.“
Lesungen und Gespräche mit Anita Lasker-Wallfisch stehen am Mittwoch, 9. November, um10 und um 19 Uhr auf dem Veranstaltungskalender der Reihe gegen das Vergessen. „Ihr sollt die Wahrheit erben“, überschrieb die heute 86-jährige Musikerin, die den Holocaust als Cellistin des Mädchenorchesters von Auschwitz überlebte, ihr im Jahr 2000 erschienenes Buch. Lesung und Gespräch finden ebenfalls in der Aula des Schulzentrums statt.
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen kostet vier Euro, für Schülerinnen und Schüler einen Euro. Fragen zum Programm der Erinnerungstage beantwortet Hendrik Becker vom Theater Löwenherz; bei ihm sind auch Kartenreservierungen unter Telefon (01 73) 7 57 94 31 oder becker@theater-loewenherz.de möglich.




