Geht’s eigentlich ohne WhatsApp?

Für eine Woche wandert ihr Handy jetzt ins Schließfach: Celine (von links), Norah, Damian, Leo, Ronaldo, Charline und Clint verschließen ihre Umschläge. (Foto: O. Krebs)

IGS-Schüler verzichten eine Woche lang auf ihre Handy

Langenhagen (ok). Es klingt eigentlich ganz simpel: das Handy in einen Umschlag mit Namen und Klasse, in eine Liste eintragen und das Handy abgeben. Die Mobiltelefone gehen dann für eine Woche in ein Schließfach der Hannoverschen Volksbank. Filialleiter Andreas Mohnke findet die Idee klasse, schließlich sei er in einer Zeit groß geworden, als es diese Art der Kommunikation noch gar nicht gab. Auch Andreas Anders, Sozialpädagoge an der IGS Langenhagen, zählt zu diesen Jahrgängen und hat sein Handy auch abgegeben. „Meine Tochter hat gesagt, ich sei doch kein Handyjunkie, das dürfe mir ja nicht so schwer fallen. Sicher bin ich mir aber nicht“, sagt Anders lachend. Er habe die Erfahrung gemacht, das sich für viele Schüler das ganze Leben auf dem Handy abspiele. Lehrer Jens Aschenbrenner hat diese Aktion im Zuge einer Unterrichtseinheit ins Leben gerufen und freut sich über jedes Mobiltelefon, das abgegeben wird. Zwei Schüler wollen sogar Videotagebuch führen. Und diejenigen, die sich an der einwöchigen Aktion beteiligen, sind durchaus selbstkritisch. So sagt Celine, dass viele ihrer Mitschüler einfach handyabhängig seien. Sie könnten gar nicht mehr ohne. Und Clint geht davon aus, dass er in dieser Zeit etwa 1.000 WhatsApp-Nachrichten aufs Handy bekommen werde. Von denen seien aber nur etwa 50 wichtig, räumt er ein. Ohnehin manage seine Mutter seinen Alltag, sei in den relevanten Gruppen wie etwa beim Fußball.
Am Freitag geht dann wieder die feierliche Herausgabe über die Bühne, und alle dürfen gespannt sein auf die Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler in der handylosen Zeit.