Gelingt der ganz große Wurf?

Was passiert mit der Fläche südlich des CCL? (Foto: O. Krebs)

Bürger sollen bei Neu- und Umgestaltung des Stadtzentrums mitwirken

Langenhagen (ok). Das Stadtzentrum steht vor einer kompletten Umgestaltung. Im Moment ist gerade die Europa-Markthalle an der Reihe, wird noch bis zum Juli saniert (das ECHO berichtete). Doch wie soll es weitergehen? Flächen liegen brach, Investoren wollen investieren und die Erweiterung des Rathauses soll auch noch über die Bühne gehen. Da ist zunächst einmal der Handelshof mit dem abgerissenen Grünwald-Center nebenan. Stadtbaurat Carsten Hettwer schwebt der Standort als neuer Platz für die Stadtbibliothek vor, um die immensen Mietkosten an der Konrad-Adenauer-Straße zu sparen. Parkraum ist laut Hettwer in der City knapp, also plädiert er für eine Tiefgarage, die unter dem ehemaligen Grünwald-Center gebaut werden könnte, darüber blüht dann die Blumenwiese. Was wird mit der Post? Nach Aussage von Stadtbaurat Carsten Hettwer besteht der Mietvertrag mit der Stadt noch bis 2021; das CCL soll erweitert werden. Nach Süden mit dem Abriss des Goldbeck-Parkhauses, im Norden soll dann ein neues Parkhaus mit einer gläsernen Verbindung, einer so genannten Beamtenlaufbahn zum Rathaus Der Bedarf müsse auf jeden Fall abgedeckt werden, sagte der Stadtbaurat in der jüngsten Sitzung des Stadtplanungs-, Bau- und Umweltausschusses. Bliebe noch das Areal südlich des CCL. Ein Investor macht sich hier stark, ein Ärztezentrum und Appartement-Wohnungen, beispielsweise für Studenten, zu bauen. Die Meinungen über dieses Projekt sind unter den Ratsmitgliedern geteilt, aber Christa Röder, Vorsitzende des Seniorenbeirates, ist von der Notwendigkeit überzeugt: „Viele Fachärzte gehen bald in den Ruhestand, finden keine Nachfolger, weil sie keine geeigneten modernen Praxisräume anbieten können. Ergo drohe Langenhagen ein Mangel an qualifizierten Fachärzten, weil sich viele wegen der fehlenden Rahmenbedingungen hier nicht niederließen. Die Gegner des Plans der Bebauung sehen in dem Komplex allerdings kein schönes Entrée für das Einkaufszentrum. Claudia Hopfe, Fraktionschefin der CDU regte an, dass im Sinne der Urbanistik das Grün nicht fehlen dürfe, und Wolfgang Kuschel (SPD) machte deutlich, dass die Urbanität und die Aufenthaltsqualität in Langenhagen nicht gerade ausgeprägt sei. Im Klartext: Langenhagen sei nicht besonders einladend für Außenstehende. Matthias Gleichmann (SPD) regte an, die Bürgerinnen und Bürger in einem Workshop über die Weiterentwicklung mit einzubeziehen. Ein großes Thema mit vielen Facetten, Wolfgang Langrehr sprach sogar von einem "ISEK in klein". Dazu gehört im weiteren Sinne sicherlich auch das Thema Veranstaltungssporthalle oder lediglich Schulsporthalle am Schulzentrum. Es soll der ganz große Wurf werden. Carsten Hettwer: „Wir müssen natürlich gar nichts machen, aber ich persönlich halte eine Entwicklung der Innenstadt für dringend notwendig. Gerade, wenn wir junge Leute nach Langenhagen bekommen wollen.“