Gemeinsam auf dem richtigen Weg

Ottilie und Heinz Bublitz haben in den vergangenen Jahrzehnten den richtigen Lebensweg gefunden. (Foto: D. Lange)

Ehepaar Bublitz feierte eiserne Hochzeit

Langenhagen (dl). Seit 43 Jahren wohnen Ottilie und Heinz Bublitz über den Dächern der Stadt und blicken von ihrem Balkon im sechsten Stock weit über Langenhagen. Sie sehen den Flugzeugen beim Starten und Landen zu, schauen sich das Feuerwerk in Herrenhausen oder am Maschsee an und haben bei klarem Wetter den Deister im Blick. Wenn sie dagegen auf ihr Leben schauen, dann steht da ein wichtiges Datum ganz weit oben, nämlich der Tag ihrer Hochzeit am 21.Oktober 1950. Somit sind sie 65 Jahre verheiratet und man fragt sich unwillkürlich, wie haben sie das gemacht? Gibt es dafür ein Geheimrezept? „Eigentlich nicht“, finden sie, „es kommt nur darauf an, dass man sich gegenseitig respektiert, auch wenn man sich streitet und so ein Streit sollte vor allem auch bald wieder vorbei sein.“ Kennengelernt haben sich die beiden im August 1949 in Langenhagen. Ottilie ging mit ein paar Freundinnen spazieren und traf dabei auf eine Gruppe Tischtennisspieler, unter ihnen Heinz Bublitz. Man unterhielt sich, fand sich sympathisch und verabredete sich für die nächsten Tage. Ottilie war allerdings vorsichtig und hielt ihren Verehrer erst mal auf Abstand. Später gingen sie dann zusammen zum Tanzen und verlobten sich sogar. Das gehörte damals dazu, bevor man heiratete. Das wiederum sollte sich allerdings schwieriger gestalten, als gedacht, denn kriegsbedingt waren wichtige persönliche Papiere abhanden gekommen, die nun mal braucht werden, um das Aufgebot zu bestellen. Heinz Bublitz stammt aus der Mark Brandenburg und diente kurz vor Kriegsende noch als Panzerfahrer bei der Wehrmacht. Nach dem Krieg folgte die amerikanische Gefangenschaft. Später, nach seiner Freilassung, führte ihn der Weg nach Langenhagen, wo er schließlich seine zukünftige Ehefrau kennenlernte, die kurz zuvor aus Quedlinburg gekommen war und sich mit einer Freundin zusammen ein Zimmer teilte. Ottilie wurde, wie so viele andere auch, nach dem Krieg aus ihrer Heimat Oberschlesien vertrieben. Viel mehr Platz als ein Zimmer hatten Heinz und Ottilie Bublitz zunächst nicht, als sie nach der Hochzeit zusammen in Godshorn wohnten. Erst im Jahr 1954 fanden sie ihre erste richtige Wohnung und seit 1973 wohnen sie in besagtem Hochhaus an der Godshorner Straße. Heinz arbeitete zunächst für die Engländer in Langenhagen und später als Zivilangestellter bei der Bundeswehr. Ottilie hatte ihre Ausbildung in einer Metzgerei noch in Oberschlesien begonnen, beendete ihre Lehre in Thale im Harz und gründete später eine Schlachterei in Langenhagen. Das Ehepaar hat zwei Kinder, drei Enkelkinder und zwei Urenkel.