„Gemeinsam sind wir bärenstark“

Bei der Ehrung langjähriger Mitglieder: Hinten links Kreisvorsitzender Jürgen Mroz, davor Herta Fröhlich (zehn Jahre), Ruth Friedrich, Lilli Rümper, Gisela Stiller und Diana Tischatzke (25 Jahre), dazwischen 1. Vorsitzender Günther Rümper, rechts die 2. Vorsitzende Regina Haseler. Foto: K. Raap

SoVD Krähenwinkel/Kaltenweide ist 65 Jahre alt

Krähenwinkel (kr). Als sich im Jahr 1947 in der Gaststätte Kelle erfahrene Reichsbündler zusammenfanden und dann ein Jahr später eine Gruppe Kaltenweider dazu kam, war das die Geburtsstunde des örtlichen Sozialverbands Krähenwinkel/Kaltenweide. Die anfängliche Mitgliederzahl von 39 wuchs bis heute auf 470 an. Ein Beweis, wie groß der Bedarf an sozialpolitischer Unterstützung war und ist und wie intensiv in den letzten Jahren ehrenamtlich gearbeitet wurde. Grund genug, das 65-jährige Bestehen des Ortsverbandes jetzt gebührend zu feiern. Das Jubiläum ist eng mit dem Namen Günther Rümper verbunden, der mittlerweile dem Ortsverband seit 25 Jahren vorsteht und in dieser Zeit den Mitgliederbestand mehr als verdoppelte. Die restlichen 40 Jahre zuvor verteilten sich insgesamt auf neun Vorgänger. „Standen nach dem Krieg die Versorgung von Lebensmitteln und die Wohnungsnot im Vordergrund“, betonte Günther Rümper bei seiner Begrüßungsansprache, „hat sich das Aufgabenfeld längst gewandelt.“ So ständen heute das soziale Miteinander und die Hilfe und persönliche Betreuung vor Ort im Mittelpunkt. „Weitere wichtige Aufgaben“, so Rümper, „sind Informationen und Vertretungen in allen Fragen des Sozialrechts und die damit verbundenen Antragsstellungen.“ Mit einer großen Palette von geselligen Veranstaltungen trage der Verband wesentlich dazu bei, einsame Menschen aus ihrer Isolation zu führen. Zu den Angeboten zählen: Versammlungen mit Essen und Referate zur Gesundheits-, Pflege und Rentenreform, das traditionelle Herbstvergnügen mit Ehrungen, Tanz und Unterhaltungsprogramm, Radtouren und Grillabende sowie die Weihnachtsfeiern mit Musik- und Theaterprogramm. Sehr beliebt sind auch die gut organisierten Flug- und Busreisen durch Deutschland und in europäische Länder.
„Wir können stolz sein auf die Ergebnisse unserer Arbeit“, betonte Günther Rümper abschließend, „dies aber war nur möglich durch den unermüdlichen Einsatz unzähliger ehrenamtlicher Helfer und Vorstandsmitglieder.“ Dafür gelte allen ein herzliches Dankeschön. Gemeinsam sei man bärenstark.
Sehr viel Lob für Günther Rümper, seinen Vorstandskollegen und allen ehrenamtlichen Helfern gab es dann für deren großartiges Engagement von Bürgermeister Friedhelm Fischer sowie den Ortsbürgermeistern aus Krähenwinkel und Kaltenweide, Andreas Hartfiel und Wolfgang Langrehr. Unter den vielen Gästen auch Ehrenbürger Lothar Schuld, nach Jahrzehnten sozialen Engagements immer noch als 2. Vorsitzender in Langenhagen aktiv. Ebenso dabei auch Vertreter der anderen SoVD-Verbände sowie der örtlichen Kirche und des Seniorenbeirats. Als 1. Vorsitzender des Kreisverbands Hannover-Land nahm Jürgen Mroz an diesem Tag die Ehrungen vor. Dirk Swinke, Geschäftsführer des Landesverbands, er erinnerte an die Anfänge des SoVD im Jahr 1917: „Damals setzte sich der Verband in erster Linie für die Kriegsteilnehmer und Kriegsgeschädigten ein mit den damaligen heute kaum vorstellbaren negativen wirtschaftlichen und sozialen Folgen, die zu einem millionenfachen Massenschicksal wurden. „Nach der Machtübernahme durch die Nazis sei ein Eigenleben des Verbands nicht mehr möglich gewesen. Eine Selbstauflösung sei im Jahr 1933 unumgänglich gewesen. „Erst im Jahr 1946“, so Swinke „konnte der Verband seine sozialpolitischen Aufgaben wieder aufnehmen.“ Eine große Herausforderung seien nach wie vor menschenunwürdige Pflegebedingungen und viele offene Fragen bei den Themen Rente, medizinische Rehabilitation, Arbeitslosengeld, Hartz IV und Sterbehilfe. Auch Dirk Swinke ließ es sich abschließend nicht nehmen, dem Ortsverband zum Jubiläum ein herzliches Dankeschön des Landesverbands für die erfolgreiche Arbeit zu übermitteln.
Durch das Programm der Veranstaltung führte Heike Krämer. Viel Beifall spendeten die Besucher im vollbesetzten Dorfgemeinschaftshaus der Musik des Langenhagener Zupforchesters unter der Leitung von Rolf Quedenbaum und später der Gute-Laune-Musik des Penny Party Duo. Zwischendurch stand ein gemeinsames Essen auf dem Programm. Horst Waldfried und sein Team ließen in Punkto Qualität und Service wie immer keine Wünsche offen.