Genaue Kostenanalyse schwer möglich

Machbarkeitsstudie im Mittelpunkt der Ausschusssitzung

Langenhagen (dl). Die Ausschusssitzung am Donnerstag im Rathaus stand ganz im Zeichen der Machbarkeitsstudie zur Verlängerung der Stadtbahnstrecke bis hin zur Pferderennbahn an der Neuen Bult. Dieser Tagesordnungspunkt beanspruchte dann auch den größten Teil der Sitzungszeit, sodass ein anderer wichtiger Punkt der Tagesordnung, die Ortsumgehung Schulenburg nur noch am Rande behandelt werden konnte. Hinzu kam, dass die überwiegende Mehrheit der Ausschussmitglieder wegen des bevorstehenden Halbfinalspiels der Fußball-EM auf ein pünktliches Ende der Sitzung drängte. Aber der Reihe nach.
Vertreter der Region Hannover sowie der beteiligten Infrastruktur- und Bauplanungsgesellschaften präsentierten dem Ausschuss eine Studie zur Erweiterung der Stadtbahnlinie 1, deren Endhaltepunkt künftig an der Pferderennbahn liegen soll. Die Studie enthielt neben der Trassenführung östlich der Theodor-Heuss-Straße sowie deren Überquerung ausführliche Informationen zur Gestaltung der barrierefreien Haltestellen an der Niederrader Allee und am Endpunkt. Hier wird es ein drittes Abstell- und Wendegleis sowie eine separate Spur für die Bus-Linien 650 und 122 geben, deren Endpunkte ebenfalls dorthin verlegt werden können. Die jeweiligen Bahnsteige an den beiden Haltestellen werden die für die Drei-Wagen-Züge notwendige Länge von 70 Metern aufweisen mit je zwei Rampen von 15 Metern Länge für Rollstuhlfahrer. Die bisherige Endhaltestelle der Stadtbahn an der Bothfelder Straße bleibt unverändert und ist nicht Gegenstand der Planungen. Zusätzlich zu den Bauplanungen hat das Büro für Verkehrsforschung und Infrastrukturplanung WVI eine Studie zur Auswirkung der Baumaßnahme sowohl auf den öffentlichen Nahverkehr wie auf den Kfz-Verkehr. Die Studie beinhaltet zunächst eine zu erwartende Verkehrsnachfrage an Werktagen unter Berücksichtigung entsprechender Daten von der Region. Sie umfasst den Zeitraum bis zum Jahr 2025 und berücksichtigt dabei auch das geplante neue Schwimmbad an der Theodor-Heuss-Straße. Dagegen bleiben Sonderverkehre zum Flohmarkt wie an den Renntagen bei der Erweiterung der Linie zunächst außen vor. Eine Kosten-Nutzen-Rechnung ergab sowohl nach den bisherigen als auch den zu erwartenden Erfahrungen und Berechnungen in dem genannten Zeitraum ein Plus hinsichtlich einer Wirtschaftlichkeit der Baumaßnahme mit allen ihren Aspekten, zu denen auch nach Meinung von Sonja Vorwerk-Gerth die Berücksichtigung der sich verändernden Altersstruktur der Bevölkerung gehören sollte und deren steigende Nachfrage nach einem erweiterten Angebot des öffentlichen Nahverkehrs. Die Vertreter der Region legten allerdings Wert auf die Feststellung, die Verlängerung der Stadtbahnlinie sei überhaupt nur möglich, weil dafür keine neuen Stadtbahnwagen angeschafft werden müssen. Darüber hinaus sei an eine kurzfristige Realisierung der Maßnahme innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre nicht zu denken und aufgrund der langen Vorlaufzeit sei auch eine genaue Kostenanalyse derzeit nur sehr schwer möglich. Jedenfalls gibt es, wie Stadtbaurat Carsten Hettwer erfreut feststellen konnte, eine breite Zustimmung zu diesem Vorhaben quer durch alle Parteien. Die Tagesordnungspunkte zum Verkehrsentwicklungsplan 2020 wurden zunächst vertagt und die Frage der Ortsumgehung Schulenburg wird aller Voraussicht nach zurück in die Fraktionen verwiesen. Zu diesem Thema gibt es zwar, und das seit vielen Jahren schon, verschiedene Denkmodelle, aber keins davon scheint für alle Beteiligten eine überzeugende Lösung zu sein. Jens Mommsen (BBL) warf der Stadt vor, sie habe im Laufe der langen Zeit, in der dieses Thema bereits akut ist, sogar Fristen für die Inanspruchnahme von Fördermitteln verstreichen lassen, die für die Baumaßnahmen zur Verfügung gestanden hätten. Hier gibt es bis zu einer abschließenden Entscheidung offensichtlich noch einigen Gesprächsbedarf.
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