„Geschäftsführer ist kein Garant“

Stadmarketingsprecher lehnt Vorschlag aus der Politik ab

Langenhagen (he). Günter Sachs ist sauer: Der Sprecher des Langenhagener Stadtmarketingvereins ärgert sich darüber, dass der SPD-Fraktionsvorsitzende Marc Köhler mit seinem Vorschlag, einen hauptamtlichen Geschäftsführer für das Stadtmarketing zu bestellen, an die Öffentlichkeit gegangen ist ohne vorher das Gespräch mit dem Vorstand zu suchen. Sachs bewertet dieses Vorgehen als Versuch Unruhe zu schüren – ein Vorgehen, dass der nach vielen Querelen endlich gut zusammenarbeitende Vorstand nicht billigen könne. „Glaubt die Politik wirklich, dass ein bezahlter Geschäftsführer Garant dafür ist, dass es keine Querelen in einem Vorstand gibt?“, fragt der Stadtmarketingsprecher. Die Zusammensetzung des derzeitigen Vorstandes sei so gut wie noch nie seit Bestehen des Vereins: „Alle sind für die Sache da und haben keine eigenen Interessen im Blick. Querelen gibt es nicht mehr und wir sind durchaus zur konzeptionellen Arbeit in der Lage.“
Sachs selbst sieht ganz andere Defizite beim Stadtmarketing: „Was uns fehlt sind zwei fachlich qualifizierte Vorstandsmitglieder, die auch menschlich in das Team passen“, stellt er fest. Wäre es nach ihm gegangen, wäre schon im vergangenen Jahr ein hochqualifizierter Fachmann in den Vorstand aufgenommen worden. Leider sei es ihm damals jedoch nicht gelungen, die erforderliche Satzungsänderung durchzusetzen. Laut damaliger Satzung durfte niemand im Vorstand tätig werden, der seinen Wohnsitz oder seine Firma außerhalb von Langenhagen hat.
Wie in dieser Frage zukünftig entschieden wird, scheint noch nicht klar zu sein: Die Satzung des Stadtmarketingvereins ist mittlerweile überarbeitet worden, liegt aber dem Vorstand noch nicht vor. „Sollte die genannte Klausel immer noch darin enthalten sein plädiere ich dafür, sie per Mehrheitsbeschluss des Vorstandes zu streichen“, erklärte Günter Sachs gegenüber dem ECHO.
Für ihn als Sprecher wie für den gesamten Vorstand sei es sehr wichtig, gute Mitstreiter zu finden – egal, wo sie ihren Wohnsitz haben.
Ungewohnt positiv reagierte der CDU-Fraktionsvorsitzende Mirko Heuer auf den Vorschlag aus der SPD-Fraktion zum Thema Stadtmarketing. „Ich freue mich darüber, dass die SPD nun auch zu der Überzeugung gekommen ist, dass der Stadtmarketingverein hauptamtliche Unterstützung braucht“, teilte Heuer mit. Noch im vergangenen Jahr habe er von den Sozialdemokraten für eben diesen Vorschlag harsche Kritik einstecken müssen. Die CDU hatte im Frühjahr 2009 gefordert, dass es eine Art Klammer geben müsse um die verschiedenen Akteure des Stadtmarketings besser miteinander zu verbinden. Alle Bereiche von Aktivitäten sollte davon umfasst werden – das Stadtfest ebenso wie die Wirtschaftsförderung, die Netzwerkbildung mit anderen Kommunen ebenso wie die Erarbeitung einer einheitlichen Strategie. Dies erfordere einen Einsatz, der nicht mehr auf rein ehrenamtlicher Basis zu leisten sei, hatte die CDU im März 2009 betont.
Es sei jedoch nicht damit getan einfach eine Stelle zu schaffen, erklärt Mirko Heuer; vielmehr müsse vorab geklärt werden, was Langenhagen überhaupt vermarkten wolle: „Wollen wir ein Top-Gewerbestandort sein und mit weiterer Gewerbeansiedlung unsere Steuerkraft weiter steigern? Wollen wir die erste Adresse für Familienfreundlichkeit in der Region sein? Oder wird Langenhagen als Oase im Grünen beworben, die durch hervorragende Verkehrsanbindung auch Touristeninteresse wecken kann?“

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