Gespinstmotten breiten sich aus

Typisches Gespinst der Raupen am Hartriegel, die beim Abstreifen im Knäul hängen bleiben. (Foto: G. Gosewisch)

Pausenhof der Adolf-Reichwein-Schule gesperrt

Langenhagen (gg). Ein Baum-Befall mit Gespinstmotten-Raupen hat auf dem Pausenhof der Adolf-Reichwein-Schule weitreichende Folgen. Bis auf weiteres sind große Bereiche für Schüler nicht mehr zugänglich oder benutzbar. Traubenkirsche, Hartriegel und Obstbäume sind komplett kahl gefressen, nur das typische Gespinst und Knäule aus lebenden Raupen, die sich abseilen, sind noch zu sehen. „Eklig ist das, aber nicht gesundheitsgefährlich. Meterlang hängt das Gespinst von den Bäumen, das klebrig an Menschen hängen bleibt“, bestätigt René Kleuß vom Fachbereich Gebäudewirtschaft der Stadtverwaltung vor Ort. Im vergangenen Jahr gab es bereits dasselbe Problem, nun hat sich der Befall ausgebreitet. Eine Bekämpfung ist kaum möglich, so der Hinweis des Experten. Einsatz von Insektizid wäre unverhältnismäßig und bringt auch nur mäßigen Erfolg. „Die chemische Bekämpfung funktioniert kaum, da die Raupen in den voll ausgebildeten Gespinsten gut vor Pflanzenschutzmitteln geschützt sind. Inzwischen sind zu viele Raupen nach dem Fraß und dem Abseilen bereits auf Wanderschaft, die erwischt man nicht mehr“, sagt Kleuß auf Anfrage von Schulleiterin Gabriele Podlaß. „Trotz starker Fraßschaden ist eine Bekämpfung nicht unbedingt notwendig“, ist auch die Information der Biologischen Bundesanstalt fur Land- und Forstwirtschaft (BBA) in Braunschweig. Die betroffenen Gehölze erholen sich meist und treiben mit dem Johannistrieb wieder aus. Um die Schäden gering zu halten, sollten besiedelte Gespinste in einem möglichst frühen Stadium entfernt werden. Befallene Triebe sollten abgeschnitten, in der Biotonne entsorgt oder im Garten vergraben werden.
Spatestens Ende Juni, wenn sich die meisten Mottenraupen verpuppt haben, müsste der Spuk vorbei sein. Das Problem erledigt sich dann von allein, so die Aussicht für die Schüler der Adolf-Reichwein-Schule, die damit noch einige Wochen auf einen großen Teil des Pausenhofes verzichten müssen. Bleibt zu hoffen, dass im nächsten Jahr natürliche Feinde wie Vögel, Schlupfwespen oder diverse Krankheitserreger den Raupen frühzeitig zusetzen und eine massenhafte Ausbreitung stoppen.