„Gewichtiger Minister“ nimmt sich selbst auf die Schippe

Kam authentisch rüber: Kanzleramtschef Peter Altmaier. (Foto: O. Krebs)

Peter Altmaier überzeugt mit Bodenständigkeit und Selbstironie

Langenhagen (ok). Selbstironie ist eine Eigenschaft, die bei Politikern nicht unbedingt oft zu finden ist. Kanzleramtschef Peter Altmaier besitzt sie allerdings, das stellte er als Gast bei der Regionsmitgliederversammlung der CDU im Forum mehr als einmal unter Beweis. Die Versammlung sollte eigentlich beim Schützenfest in Hannover stattfinden, wurde aber wegen der Beisetzung des Altkanzlers Helmut Kohl verschoben. Altmaier war nicht zuletzt auch gekommen, um Hendrik Hoppenstedt und Rainer Fredermann in ihren Wahlkämpfen zu unterstützen, die Zuhörer bekamen aber keineswegs eine dröge Wahlkampfrede mit Floskeln und den üblichen Attacken auf den politischen Gegner geboten. Im Gegenteil: Altmaier gab einen Einblick in die Bundespolitik, stellte dabei die Arbeit der Union logischerweise als sehr erfolgreich dar. Das liegt in der Natur der Sache. Bei seinem rund einstündigen Vortrag nahm sich der gebürtige Saarländer, der gern nach Niedersachsen gekommen ist – „die großen Bundesländer müssen schließlich zusammenhalten“ – auch selbst auf die Schippe. Altmaier – seit 1994 im Bundestag – bezeichnete sich selbst als „gewichtigsten Minister“ seit Helmut Kohl; Sigmar Gabriel habe es nicht geschafft, ihm den Rang abzulaufen. Sein Heimatland Saarland habe bislang drei große Männer hervorgebracht, die allesamt grandios gescheitert seien. Napoleons Marschall Michel Ney in der Schlacht von Waterloo, Erich Honecker als Staatsratsvorsitzender der DDR und unter Oscar Lafontaine leide die SPD noch heute.
Heute könnten die Deutschen stolz sein, sie stünden so gut dar, wie noch nie. Für die CDU kann es nach Auffassung Altmaiers nur heißen, Wirtschaft und Umwelt. Peter Altmaier: „20 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland sind Industriearbeitsplätze, wo gutes Geld verdient wird.“ Arbeit sei wichtig, gebe Selbstbewusstsein. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland liege bei 2,5 Millionen, die CDU will sie bis 2025 halbieren, wenn sie an die Macht komme. Ziel sei dann letztendlich Vollbeschäftigung. Der Mittelstand sei das Gerüst unserer Wirtschaft, Altmaier appellierte an die jungen Leute, sich selbstständig zu machen. Es sei aller Ehren wert, wenn jemand sein Schicksal selbst in die Hand nehme. Die Renten seien immer nur so sicher, wie es dem Land gehe. Die CDU wolle auch in der nächsten Legislaturperiode ihrer sozialen Veramntwortung gerecht werden. Ein Drittel der geplanten Investitionen soll für Familien mit Kindern aufgewendet werden, ein weiteres Drittel für steuerliche Entlastung und noch ein Drittel für Infrastruktur. Der Landtagsabgordnete Rainer Fredermann fasste am Ende von Altmaiers Vortrag treffend zusammen: „Sie hatten bei Ihrer Rede einen klaren Kompass und haben uns einen roten Faden durch die Bundespolitik aufgezeigt.“