Goldener Spaten für Kurt Lehmann

Die Preisträger (von link): Horst Schulz, Ilse Abrahams, Inta Graß und Kurt Lehmann, der von Willi Minne den Goldenen Spaten bekommt. Ganz rechts: Vereinsvorsitzender Dietmar Schumacher. (Foto: D. Lange)

Kleingartenkolonie „Rennbahnblick“ zeichnet den schönsten Garten aus

Langenhagen (dl). Die alljährliche Verleihung des Goldenen Spatens für den schönsten und besten Garten hat in der Kolonie Rennbahnblick eine lange Tradition und geht auf Langenhagens früheren Bürgermeister Walter Bettges zurück. Diese Trophäe, die auch mit einem Geldpreis verbunden ist, wurde von ihm erstmals im Jahr 1979 gestiftet. Seitdem hat Kurt Lehmann siebenmal diese Auszeichnung für seinen Garten bekommen. Jetzt kam die Achte dazu, obwohl an den Wänden seiner Laube gar kein Platz mehr sei für noch eine Urkunde, wie er sagt. Allerdings wird diese Auszeichnung, die ihm vom stellvertretenden Bürgermeister Willi Minne überreicht wurde, auch die Letzte sein, denn Lehmann, der heute 82 ist, wird seinen Garten nach 38 Jahren aufgeben. „Wir hören auf, solange wir es noch können“ sagt seine Frau Olga Lehmann und meint damit das Alter, das die beiden inzwischen erreicht haben und die gesundheitlichen Einschränkungen, die zwangsläufig damit verbundenen sind. Mittlerweile ist der Punkt erreicht, an dem ihnen die Gartenarbeit zu viel wird, noch dazu, wenn sie auf solch hohem Niveau stattfindet, wie es nicht nur bei den Lehmanns der Fall ist. „Wir können schon lange keinen Urlaub mehr im Sommer machen. Das ist doch die Zeit, wo das Obst und Gemüse reif wird und geerntet werden muss. Da können wir nicht weg“, sagt Lehmann und seine Frau ergänzt: „Dabei bleibt es ja nicht, denn das Ganze muss auch verarbeitet werden“. Bisher waren sie in Bezug auf die Versorgung mit Obst und Gemüse weitgehend autark: „Wir mussten so gut wie nichts einkaufen“. Auch wenn sie bald aufhören werden, freuen sich die Beiden natürlich dennoch über die Anerkennung ihrer Mühen. Das trifft auch für die anderen Gartenfreunde zu, deren Gärten ebenfalls ausgezeichnet wurden. An dem knappen Ausgang der Wahl zum besten Garten wird das allgemein hohe Niveau der Gärten in der Kolonie mehr als deutlich. Gerade mal 19 Punkte liegen zwischen dem ersten und dem vierten Platz. Kurt Lehmanns Garten, noch dazu der mit der Nummer 1, bekam von der Expertenkommission 384 Punkte. Der zweite Platz ging an Inta Graß mit 371 Punkten, den 3. Platz erarbeitete sich Ilse Abrahams mit 368 Punkten und Vierter wurde Horst Schulz mit 365 Punkten. Den 2011 eingeführten Damenpokal, der vom Ehrenvorsitzenden Heinrich Köller gestiftet und überreicht wurde, bekam in diesem Jahr Antje Schlippert. Damit werden jene Gartenfreundinnen ausgezeichnet, die ihren Garten alleine bewirtschaften. Bewertet werden die Gärten in der Kolonie Rennbahnblick alljährlich von einer Kommission aus einer anderen, befreundeter Gartenkolonie. In diesem Jahr kam die Jury aus der Kleingartenkolonie in Berenbostel. Bei der Auswahl der Gärten werden Punkte für den Gesamteindruck des Gartens, die kleingärtnerische Nutzung, die Laube, die Wasserwirtschaft und die Pflege der Kulturen vergeben. Der Nachfolger von Olga und Kurt Lehmann jedenfalls kann sich auf einen perfekten Garten freuen und wer weiß, vielleicht war es ja doch nicht der letzte Goldene Spaten für den Garten mit der Nummer Eins.