„Gott schütze das ehrbare Handwerk“

Gruppenbild mit der stellvertretenden Regionspräsidentin Petra Rudszuck und Langenhagens stellvertretendem Bürgermeister Bernhard Döhner (rechts). (Foto: D. Lange)

Bundesverdienstkreuz für den Handwerksmeister und Unternehmer Jürgen Meyer

Langenhagen (dl). Anders als einige seiner Vorgänger an dieser Stelle, die für ihr ihr besonderes Engagement im überwiegend sozialen Bereich geehrt wurden, erhielt mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes diesmal ein Handwerker und erfolgreicher Unternehmer die höchste Auszeichnung, die die Bundesrepublik zu vergeben hat. Als Gründer und langjähriger Geschäftsführer der Firma Fliesen-Meyer war sich Jürgen Meyer dennoch seiner sozialen Verantwortung in der Funktion als Unternehmer und Arbeitgeber nicht nur im eigenen Betrieb jederzeit bewusst. Diese für ihn so wichtige soziale Komponente seines Handelns kommt am besten in seinen zahlreichen Ehrenämtern im berufständischen Bereich zum Ausdruck. Dazu zählen unter anderem verschiedene Aufgaben als Mitglied des Vorstands in der Innung des Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerks, der er seit der Firmengründung angehörte und die ihn 1985 zu ihrem Obermeister wählte. Einer der wichtigsten Schwerpunkte in dieser Hinsicht wie auch während der gesamten Zeit seiner Arbeit war zweifellos sein Einsatz für die Ausbildung und die berufliche Förderung der Lehrlinge im Fliesenlegerhandwerk. Meyer war Mitglied des Ausschusses zur Meisterprüfung in der Handwerkskammer Hannover und ist nach wie vor ein starker Verfechter der Meisterpflicht in seinem Fliesenlegerhandwerk. Zugleich war er im Baugewerbeverband Niedersachsen und im Wirtschaftsausschuss des Fachverbands für das Fliesenlegergewerbe tätig. Bei den langwierigen Tarif-Verhandlungen mit der Gewerkschaft saß er mit am Verhandlungstisch, als es um einen gemeinsamen Tarifvertrag zur Regelung der Akkordarbeit im Fliesenlegerhandwerk für die Länder Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ging. Meyer, der schon während seiner Lehrzeit wusste, dass er sich eines Tages selbstständig machen würde, entwickelte zusammen mit einer Berufsbekleidungsfirma als Partner eine bundesweit einheitliche Berufsbekleidung für das Fliesenlegergewerbe und beendete 2015 schließlich seine berufliche Karriere, nachdem er seit seinem Ausscheiden aus seiner Firma 2005 noch neun Jahre als immobilienmakler gearbeitet hatte. Privat tat Meyer das, was gemeinhin ein Mann tun muss. Er heiratete, baute nicht nur ein Haus, sondern zwei, pflanzte Bäume und bekam zwei Kinder. Wenn sein Beruf und seine Ehrenämter es ihm erlaubten, fuhr er mit der Familie zum Skifahren, spielte abwechselnd Handball, Faustball und Tennis und lernte auch noch Gitarre und Mundharmonika spielen. Meyer vergaß im Rahmen der Verleihungsfeierlichkeiten im Regionshaus vor allem nicht die besondere Rolle zu erwähnen, die seine Frau bei alldem spielte. „Ohne meine Frau, die mich immer unterstützt hat, wäre das alles gar nicht möglich gewesen“, ist Meyer überzeugt. Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Jans Paul Ernsting bescheinigte ihm „Tatkräftiges Handeln, beinhart in der Sache und eine klare Sprache.“. Zudem richte die Ordensverleihung an einen Handwerker das Augenmerk nicht allein auf die Person, sondern auch auf das Handwerk selbst.