Großeinsatz durch abgestürzten Asteroiden

Die Rettung aus dem Haus erfolgte über eine Leiter.

Feuerwehr Engelbostel und THW Hannover/Langenhagen waren bei Übung gefordert

Beim Eintritt in die Erdatmosphäre ist der Asteroid „HL17N„ zerbrochen und weitestgehend verglüht. Einige Bruchstücke sind in einem Gebiet zwischen Hamburg, Bremen, Hannover und Berlin niedergegangen. Die Einschläge haben zu Personenschäden, Schäden an Gebäuden und der Infrastruktur sowie Kommunikationseinrichtungen in noch unbekanntem Ausmaß geführt. Es ist von einer vielfältigen Schadenlage auszugehen. Zum Glück war dies nur die Grundlage für verschiedene Übungsszenarien einer lange geplanten gemeinsamen Wochenendübung von Feuerwehr und THW.
Ziel des arbeitsreichen Wochenendes war es, voneinander zu lernen und zu verstehen warum die Einsatztaktiken des jeweiligen Fachdienstes teilweise voneinander abweichen. Daher lag der Schwerpunkt der Wochenendübung auch weniger im „Üben“ sondern mehr in der „gemeinsamen Ausbildung“. An verschiedenen Schadenobjekten galt es unbekannte Schadenslagen zu erkunden, vermisste und verletzte Personen zu betreuen, und zu retten.
Eine gemischte Einsatzleitung mit dem Ortsbrandmeister der Feuerwehr Engelbostel Robert Heidrich und dem Zugführer des ersten Technischen Zuges des THW Hannover/Langenhagen Tilman Kastner führte die gemischten Gruppen aus Feuerwehr und THW durch die einzelnen Szenarien.
Bereits kurz nach dem Schlafengehen, noch mitten in der Nacht ging es los. Erster Einsatzort war ein dunkles Containerdorf. Die eintreffenden Einsatzkräfte mussten zunächst die verwinkelten Hinterhöfe erkunden um die durchnummerierten Markierungen zu finden. Mit den Erkundungsergebnissen führte dann die Fachgruppe Beleuchtung eine Infrastrukturplanung durch. Anhand dieser Planung wurden dann von allen übenden Einheiten Verteiler und Kabel verlegt und die Markierungen mit Scheinwerfen ausgeleuchtet. Nun konnte gefahrlos mit der Rettung der verletzten Personen begonnen werden. Zum Einsatz kamen hier zum Beispöiel schiefe Ebenen. Alle freuten sich, als es nach Ende der ersten Übungseinheit gegen 7 Uhr morgens zum Frühstück zurück in die Kaserne ging.
Nur wenige Stunden später gab es den nächsten Einsatzauftrag. Schon auf der Anfahrt mussten erste Hindernisse (Windbruch) beseitigt werden. Die Herausforderung in Schierenbleeken, war dann ein brennender Personenzug in unmittelbarer Nähe zu einem Gefahrgutwaggon mit nicht ganz ungefährlicher Ladung. Folgende Hinweise wurden den Einsatzkräften zugespielt: „niedriger Flammpunkt, selbstentzündend und explosiv, farb- und geruchlos, schwerer als Luft, wassergefährdend“. Auf Grund dieser Informationen und nach einer Erkundung erfolgte die Personensuche und Rettung im Zug dann unter schwerem Atemschutz.Die Übergabe der Verletzten erfolgte da kein Bahnsteig zur Verfügung stand über eine Rettungsplattform, die von der Feuerwehr eingesetzt wird, um bei Verkehrsunfällen zum Beispiel Lastwagen-Fahrer aus der Fahrerkabine zu retten.
Parallel gab es einen Brand in einem Mehrfamilienhaus. Der Zugang über das Erdgeschoss war wegen versperrter Türen und Fenster im Erdgeschoss nicht möglich. Die Trupps mussten zur Erkundung über eine Leiter in den ersten Stock vordringen. Auch die Rettung der Verletzten erfolgte über ein Fenster im ersten Stockwerk. Zum Einsatz kam hier ein Leiterhebel.
Da das Löschwasser in Schierenbleeken kontaminiert war, musste das Löschwasser (Brand des Hauses) und Kühlwasser (Kühlung des Gefahrgutzuges) aus einem 700 Meter entfernten Teich gepumpt werden. Die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen wurde hierbei vom Ortsverband Fallingbostel unterstützt. Der Teich lag in unwegsamem, sumpfigem Gelände und war daher eine große Herausforderung. Mit dem Einsatzgerüstsystem der THW Bergungsgruppen musste außerdem eine Brücke über ein Fließgewässer gebaut werden. Da die Hannibal- Pumpe des THW ihre 5.000 Liter Wasser pro Minute über eine längere Strecke fördern kann, hatte das Hilfeleistungslöschfahrzeug (Hlf) der Feuerwehr keine Probleme mit der Löschwasserversorgung an den Einsatzstellen.